Streit spaltet Frankreichs Muslime
Proteste gegen Kopftuchverbot in Frankreich

Aus Protest gegen das geplante Kopftuch-Verbot an Frankreichs Schulen sind am Wochenende mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen. Der verschärfte Streit spaltet die Millionen Muslime des Landes.

HB PARIS. „Wir sind Französinnen und verschleiert“, „Mein Körper gehört mir, mein Kopf auch“ und „Jacques Chirac, wir wollen dieses Gesetz nicht“ - so und so ähnlich äußerten sich muslimische Frauen am Samstag auf den landesweiten Demonstrationen gegen den Plan des Präsidenten. Gemäßigte Muslime wie der Mufti von Marseille, Sohib Bencheikh, lehnten die organisierten Proteste dagegen kategorisch ab. Sie befürchten „eine unheimliche Radikalisierung“ unter den bis zu fünf Mill. Menschen in Frankreich, die aus muslimischen Ländern stammen.

„Über die Trennung von Staat und Kirche kann nicht verhandelt werden.“ Mit diesen „republikanischen“ Worten hatte Jacques Chirac vor drei Monaten die Marschroute vorgegeben. Ein knapp gehaltenes Gesetz soll jetzt klipp und klar feststellen, dass „provokativ zur Schau gestellte“ religiöse Symbole an französischen Schulen nichts zu suchen haben. Protestaktionen in arabischen Ländern häufen sich, je näher die Kopftuchdebatte in der Pariser Nationalversammlung rückt. Am 3. Februar werden sich die Abgeordneten mit dem Entwurf befassen, der mittlerweile nahezu weltweit muslimische Kritik auf sich zieht.

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