Streit über Arbeitsmarktreformen in Frankreich
Studentenverbände lehnen Dialog mit Villepin ab

Die Fronten im Streit um die Arbeitsmarktreform in Frankreich verhärten sich. Die wichtigsten Studenten- und Schülerorganisationen lehnten direkte Gespräche mit Premierminister Dominique de Villepin ab. Damit rücken landesweite Streiks näher.

HB PARIS. Innenminister Nicolas Sarkozy rief Gewerkschaften und Regierung am Samstag auf, mit Hilfe von Villepins Gesprächsangebot zu einem Kompromiss zu gelangen. „Niemand wird als Sieger hervorgehen, wenn es keine Gespräche und keinen Kompromiss gibt“, sagte Sarkozy vor Parteimitgliedern.

Die Studentenvereinigungen UNEF, die studentische Konföderation sowie die Schülerorganisationen UNL und FIDL wiesen am Freitagabend die Einladung Villepins zu einem Treffen am Samstag zurück. Stattdessen übermittelten sie ihm einen Brief. Die Vorsitzende der Studenten-Konföderation, Julie Coudry, begründete ihre Absage im Radiosender France Info mit den geringen Chancen, dass ein Gespräch mit Villepin zu einer Rücknahme der umstrittenen Reform führen könnte. Villepin wolle die Reform schließlich allenfalls ändern, aber nicht zurücknehmen. „Es ist ein Witz, auf diese Art einen Dialog vorzuschlagen“, sagte Coudry am Samstag vor Journalisten.

Villepin bekräftigte am Samstag, er wolle auf die „beiden Hauptsorgen der Jugendlichen“ eingehen: die zweijährige Frist, in der Kündigungen möglich sein sollen, und die Kündigungsbedingungen. „Ich wünsche mir, das wir durch den Dialog schnell eine Lösung finden können“, sagte er im Matignon. Zugleich schlug er vor, Vertreter der Studentenorganisationen in der kommenden Woche wiederzutreffen.

An Villepins Beharren auf der Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufsanfänger war am Freitagabend bereits ein Treffen des Premierministers mit Gewerkschaftsvertretern gescheitert. Nach 75 Minuten gingen beide Seiten auseinander, ohne ein Folgetreffen zu vereinbaren. Villepin sprach von einem „ersten Schritt“, der Generalsekretär der Gewerkschaft CFTD, François Chereque, dagegen von einer totalen Verweigerungshaltung des Premierministers. Die Gewerkschaften haben für Dienstag zu landesweiten Streiks aufgerufen.

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