Streit über Finanzsanktionen
Atomgespräche mit Nordkorea stocken

Am Ende des vierten Tages der Sechs-Parteien-Gespräche in Peking über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm äußerte sich der amerikanische Unterhändler Christopher Hill enttäuscht über den Verlauf der Gespräche.

HB PEKING. Der anhaltende Streit über die US-Finanzsanktionen gegen Nordkorea blockiert die Sechs-Parteien-Gespräche über das Atomwaffenprogramm des asiatischen Landes. Es habe keine Fortschritte gegeben, sagte Christopher Hill am Donnerstag in Peking. „Wir hatten uns größere Fortschritte erhofft, als wir sie erzielt haben.“

Der Norden wolle sich nicht bewegen, so lange seine Guthaben bei einer Bank in Macao eingefroren seien, erklärte ein südkoreanischer Regierungsvertreter. Separat geführte Verhandlungen über ein Ende der Finanzsanktionen waren am Mittwoch ohne Ergebnis beendet worden und werden möglicherweise im Januar fortgesetzt. „Die Nordkoreaner hatten große Schwierigkeiten, über etwas anderes zu sprechen als die Bank“, sagte Hill. Die USA werfen der Regierung in Pjöngjang vor, über das Kreditinstitut Geld gefälscht und gewaschen zu haben.

Der südkoreanische Vertreter zeigte sich äußerst pessimistisch. „Jetzt hängt alles von den Nordkoreanern ab“, sagte der Diplomat. Er glaube nicht, dass die USA in der Frage der Finanzsanktionen ihre Position ändern würden. Zuvor hatte Hill noch gesagt, die USA und Nordkorea sprächen über erste Schritte zur Umsetzung einer Erklärung vom September 2005. Darin hatte sich das verarmte Land im Gegenzug zu Hilfszusagen und Sicherheitsgarantien verpflichtet, sein Atomprogramm zu beenden. „Wir glauben, dass wir Teile des September-Abkommens noch in dieser Woche in Kraft setzen können“, sagte Hill, der sich bis Freitag um eine Einigung bemühen will.

Die Gespräche der beiden koreanischen Staaten, der USA, Chinas, Russlands und Japans waren am Montag nach 13-monatiger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Zusätzlich zu den USA haben die Vereinten Nationen Sanktionen gegen das kommunistisch regierte Land verhängt. Die Vereinten Nationen (UN) reagierten damit auf einen nordkoreanischen Atomtest vom 9. Oktober.

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