Streit über Schadensbegrenzung
Sarkozys Triumph trifft Frankreichs Sozialisten hart

Die französischen Sozialisten stemmen sich verzweifelt gegen eine Alleinherrschaft der Konservativen nach dem riesigen Erfolg des Bündnisses von Präsident Nicolas Sarkozy im ersten Durchgang der Parlamentswahl. Darüber, wie die Schadensbegrenzung gelingen soll, sind sie allerdings uneinig.

HB PARIS. Sozialistenführerin Ségolène Royal kündigte am Montag Gespräche mit der Demokratischen Bewegung (MoDem) des Zentrumspolitikers François Bayrou vor der Stichwahl am Sonntag an. Man müsse „eine exzessive Machtballung“ bei Sarkozys Partei UMP verhindern, erläuterte Royal, ohne dabei ausdrücklich von einer angestrebten Allianz mit Bayrou zu sprechen. Der Parteichef der Sozialisten, François Hollande, ging allerdings klar auf Distanz zu dem Vorhaben. Der Lebenspartner der erfolglosen Präsidentschaftsbewerberin Royal plädiert dafür, direkt um Bayrous Wähler zu werben.

Den Sozialisten droht bei der Stichwahl am kommenden Sonntag eine massive Niederlage. Royal und ihre Vertrauten in der Partei versuchen mit einem Bündnis zur Mitte hin das Schlimmste zumindest in den etwa 50 Wahlkreisen noch zu verhindern, in denen die Wahl knapp ausgehen dürfte. Hollande setzt wie der Rest der Partei dagegen mehr darauf, die Mill. Nichtwähler zu mobilisieren, um so für „Pluralismus“ in der künftigen Nationalversammlung zu sorgen.

Nach der ersten Runde am Sonntag können die UMP und ihre Verbündeten in der Stichwahl 383 bis 501 der 577 Mandate erobern. Die Sozialisten können mit 60 bis 170 Mandaten rechnen, die Kommunisten mit sechs bis 17. MoDem kann bei 7,61 Prozent der Stimmen höchstens vier Mandate gewinnen. Die Partei kann aber bei der Stichwahl am Sonntag den Ausschlag in vielen Wahlkreisen geben. Hollande forderte indirekt die linken Wähler auf, bei der Stichwahl die Zentrumspartei MoDem in Wahlkreisen zu wählen, in denen kein Sozialist mehr vertreten ist.

Bereits im ersten Wahlgang waren 110 Kandidaten direkt gewählt worden. Darunter war nur ein Sozialist. Unter den 109 Bürgerlichen sind 98 UMP-Politiker, sieben Kandidaten der Neuen Mitte sowie vier weitere Rechte. Während auch Premierminister François Fillon und eine Reihe von Ministern bereits im ersten Wahlgang gewählt wurden, müssen Ökologieminister Alain Juppé und Innenministerin Michèle Alliot-Marie in die Stichwahl. Beim zweiten Urnengang kann jeder antreten, der am Sonntag mindestens 12,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte.

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