Streit Ukraine vs. Russland
Das Gas strömt weiter

Europäische Gas-Abnehmer bleiben gelassen. Obwohl der russische Energieversorger Gazprom der Ukraine den Gashahn zugedreht hat, strömt durch die nach Europa führenden Rohre so viel Gas wie zuvor, heißt es. Während viele Politiker auf eine Lösung des Streits drängen, sieht die neue tschechische EU-Ratspräsidentschaft keinen Handlungsbedarf.

HB BERLIN/ESSEN. Russisches Gas fließt trotz des Lieferstopps in die Ukraine weiter unvermindert nach Deutschland und Westeuropa. Der größte deutsche Versorger Eon-Ruhrgas habe bis zum Morgen keinen Gas-Mengenverlust an den Grenzen festgestellt, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin.

"Das Gas fließt. Wir bekommen, was wir bestellt haben", bestätigte ein Sprecher des Unternehmens in Essen. Allerdings wären eventuelle Auswirkungen des russischen Lieferstopps für die Ukraine auf die deutsche Gasversorgung nach Angaben des Sprechers auch frühestens Anfang nächster Woche spürbar. So lange dauert es, bis das Gas in den Pipelines den Weg nach Deutschland zurückgelegt hat.

Auch Ungarn und Tschechien, die ebenfalls auf die Leitungen durch die Ukraine angewiesen sind, hätten keine reduzierten Mengen gemeldet. Die Versorger aus Österreich, Polen, Rumänien, Italien und Frankreich registrierten ebenfalls keine Störungen.

Russland hatte am Neujahrsmorgen wegen eines Streits um Lieferbedingungen und Preise ihre Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt. Beide Länder hatten aber zugesichert, weiter Gas für die europäischen Länder einzuspeisen beziehungsweise durch die Pipelines weiter nach Westen zu leiten.

Die Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums wies erneut daraufhin, dass selbst im Falle von Störungen bei der Lieferung durch die Ukraine die Gasversorgung für längere Zeit gesichert sei. In den gut gefüllten deutschen Speichern befinde sich Gas für etwa ein Viertel des Bedarfs eines Jahres. Zudem kämen fast zwei Drittel des Gases für Deutschland aus westeuropäischen Quellen.

Die Bundesregierung drang aber erneut auf eine schnelle Einigung zwischen der Ukraine und Russland. Beide Seiten stünden in der Pflicht, den eskalierenden Konflikt zu lösen, sagte Regierungssprecher Thomas Steg.

Die neue tschechische EU-Ratspräsidentschaft lehnte es unterdessen ab, sich in den Streit einzuschalten. Dies sei ein bilaterales Problem zwischen den Staaten, sagte ein Sprecher nach einem Treffen mit einer Delegation der ukrainischen Regierung. Die Ukraine hatte zuvor die EU um Vermittlung gebeten.

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