Streit um Aufrüstung
Japan sieht in China „beträchtliche Bedrohung“

Zwischen Japan und China kriselt es wieder: Der japanische Außenminister Taro Aso hat China als eine Bedrohung für sein Land bezeichnet. Der wachsende chinesische Militärhaushalt schüre den Argwohn bei den Nachbarn.

HB TOKIO. "Es ist ein Nachbarstaat mit Atombomben und seine Militärausgaben steigen seit zwölf Jahren. Es wird allmählich zu einer beträchtlichen Bedrohung", sagte Aso nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Das Außenministerium wollte die Aussagen zunächst nicht bestätigen.

Für Ausstehende sei nur schwer festzustellen, wozu China das Geld ausgebe. Das schüre Ängste, sagte Aso. Seine Äußerungen wären die bislang deutlichsten von Japan zur chinesischen Aufrüstung. Ähnlich haben sich aber auch schon die USA geäußert.

China hat in jüngster Zeit versucht, derartige Befürchtungen zu zerstreuen. Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft und die Modernisierung der Streitkräfte würden Frieden und Stabilität in der Region fördern, hieß es. Niemand sei bedroht.

Die Beziehungen zwischen Japan und China haben sich in den vergangenen Jahren ständig verschlechtert. Gestritten wird dabei über die Zeit des Zweiten Weltkriegs, über die Nutzung des Meeres und auch Gebietsansprüche. Die Empörung in China über die Totenehrung am Yasukuni-Schrein, die Kritik an einer Beschönigung der japanischen Gräueltaten in Schulbüchern und Vorwürfe über eine mangelnde Aufarbeitung seiner Kriegsgeschichte hatten im April in China zu teils gewalttätigen antijapanischen Demonstrationen geführt.

Investoren äußern sich zunehmend besorgt über mögliche Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Beziehungen der zwei Länder. Japans Exporte nach China machen etwa 13 % der gesamten Exporte aus. Das Handelsvolumen mit China beträgt etwa 212 Mrd. Dollar pro Jahr. Nach den anti-japanischen Demonstrationen in China war der Nikkei-Index an der Tokioter Börse deutlich gesunken.

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