Streit um geteilte Provinz Kaschmir
Pakistan nimmt indische Hilfe für Erdbebenopfer nur zögerlich an

Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan sind gestern die ersten Hilfsgüter aus dem verfeindeten Indien in Islamabad eingetroffen.

HB NEU DELHI. Nach Angaben des pakistanische Ministerpräsident Shaukat Aziz sind durch das Beben allein im Norden Pakistans 23 000 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl werde aber voraussichtlich noch steigen. Im indischen Teil Kaschmirs gehen die Behörden von 1 200 Todesopfern aus.

Das Uno-Koordinierungsbüro für humanitäre Hilfen (Ocha) teilte gestern mit, die Vereinten Nationen benötigten dringend umgerechnet 226 Mill. Euro für die Erdbebenopfer in Südasien. Das Geld werde gebraucht, um den Opfern über einen Zeitraum von sechs Monaten erste Lebens- und Wiederaufbauhilfe leisten zu können. In Teilen Nordpakistans seien mehr als 80 Prozent der Infrastruktur und der Gebäude zerstört.

Die Regierung in Islamabad hatte zunächst gezögert, das indische Hilfsangebot anzunehmen. Dass sie nun einlenkte, wertet Uday Bhaskar vom Institute of Defense Studies and Analysis in Delhi als „symbolisch wichtige Entwicklung“ mit positiven Rückwirkungen auf den 2004 eingeleiteten Friedensprozess.

Angestoßen wurde die „Erdbeben-Diplomatie“ noch am Tag des Schreckens durch ein umfassendes indisches Hilfsangebot. Doch die Erzfeinde bleiben dabei genauso vorsichtig wie auf allen anderen Gebieten. Pakistan nimmt von Indien zwar Zelte und Medikamente entgegen, lehnt aber die angebotenen Helikopter genauso ab wie Hilfe durch indische Ärzte oder die Versorgung schwer zugänglicher Gebiete unter seiner Kontrolle von indischem Territorium aus. Dabei hatte Präsident Pervez Musharraf zuvor an die ganze Welt appelliert, vor allem Hubschrauber zu senden. Zugleich wirbt der General aber um Verständnis für „Sensibilitäten“ bei der Annahme indischer Hilfe.

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