Streit um iranisches Nuklearprogramm
Des Atom-Pokers nächste Runde

Zwischen Iran und der Internationalen Atomenergie-Behörde in Wien (IAEA) ist ein Streit um die Überwachung der Kernforschungsanlage Isfahan entbrannt. Die iranische Führung hatte am Montag angekündigt, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen.

HB WIEN. Die IAEA wies am Abend iranische Angaben zurückgewiesen, wonach sie Teheran zur Entsendung von Inspektoren in den Iran um zwei Tage Zeit gebeten habe . Dies sei nicht richtig, sagte IAEA-Sprecherin Melissa Fleming. Tatsächlich habe die IAEA Teheran in einem Schreiben deutlich gemacht, dass es mindestens eine Woche dauern werde, bis die notwendigen Geräte zur Überwachung der Atomanlage Isfahan in den Iran geschafft werden könnten.

Der Iran hatte die Wiedereröffnung der Anlage zunächst für Montag angekündigt, den Schritt am Abend jedoch um zwei Tage verschoben. Zur Begründung hieß es, IAEA-Chef Mohammed ElBaradei habe sich eine entsprechende Frist zur Entsendung von Inspektoren erbeten.

Erst am Vormittag hatte der Nationale Sicherheitsrat erklärt, die Siegel der Atomanlage Isfahan würden noch am Montag entfernt, damit in Isfahan die Wiederaufbereitung von Uran wiederaufgenommen werden könne. Die Wiederaufbereitung ist die Vorstufe zur Anreicherung, ein Prozess, der auch zur Herstellung von Atomwaffen genutzt werden kann.

Die US-Regierung drohte der iranischen Führung unterdessen erneut mit der Einschaltung des UN-Sicherheitsrats, falls Teheran seine nuklearen Ambitionen weiter verfolge. "Wir haben immer wieder betont, dass wir zum Sicherheitsrat schauen, wenn sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, am Montag in Washington.

Washington sieht in den Schritten Irans die Vorbereitung zur Produktion von Atomwaffen. Das EU-Verhandlungstrio aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien versucht seit Monaten, den Streit durch eine Verhandlungslösung beizulegen.

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