Streit um Kreditkarte
Madame Sarkozy strapaziert die Staatskasse

Empörung in Frankreich: First Lady Cécilia Sarkozy soll private Mittagessen mit einer einer Élysée-Kreditkarte bezahlt haben. Nach anfänglichen Dementis zeigt sich die Präsidenten-Gattin zun reumütig.

HB PARIS. Cécilia Sarkozy zahlte mit der Karte - mit Zugriff auf das Konto des Finanzministeriums - zwei Mittagessen im Wert von 129 und 272 Euro, wie ein Satiremagazin enthüllte. Weil die Opposition daraufhin eine Parlamentsanfrage stellte, sah sich Premierminister François Fillon am Mittwoch zu einer Klarstellung genötigt.

„Niemand im Präsidentschaftspalast verwendet Kreditkarten für persönliche Bedürfnisse“, sagte er dem Fernsehsender RMC-BFM. Er beklagte eine „kleinliche Debatte“. Um die erhitzten Gemüter zu beruhigen, gab die Frau von Staatspräsident Nicolas Sarkozy das die Karte inzwischen zurück.

Die Zeitung „Le Canard enchaîné“ hatte die Affäre ins Rollen gebracht. Am 27. Juni berichtete sie, Madame Sarkozy besitze eine Kreditkarte des Élysée-Palastes. Das Präsidentenbüro bestätigte, Cécilia Sarkozy habe damit zwei Mittagessen beglichen.

In seiner Anfrage stellte der sozialistische Abgeordnete René Dosière fest, es sei „einmalig in der Geschichte der französischen Republik, dass eine First Lady auf Staatskosten einkaufen gehen kann“. Er wollte von Premier Fillon wissen, mit welchem Recht Cécilia Sarkozy als Privatperson über öffentliches Geld verfüge. Für die Ausgaben gebe es keinerlei Kontrolle. Fillon versprach, alle Fragen detailliert zu beantworten.

Die Kabinettsleiterin Sarkozys, Emmanuelle Matignon, versuchte in der Zeitung „Le Monde“ die Verantwortung für die Affäre zu übernehmen. „Ich war es, die Cécilia Sarkozy die Karte vorgeschlagen hat“, sagte sie der Zeitung. Sie habe diese für ein modernes und angemessenes Mittel gehalten, um Geschenke für die Partner von Staatsgästen, Blumengebinde und andere Repräsentationskosten zu bezahlen.

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