Streit um Kriegsgedenkstätte
China verhärtet Position gegenüber Japan

China hat sich am Mittwoch im China hat sich im Streit mit Japan um eine Kriegsgedenkstätte in Tokio unnachgiebig gezeigt. Die japanische Regierung dagegen kündigte an, ihre öffentlichen Vorwürfe einzustellen. Beobachter glauben jedoch nicht, dass der Konflikt den Handel zwischen beiden Ländern beeinträchtigen wird.

HB TOKIO. Die Besuche des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi im Yasukuni-Schrein hätten die Treffen hochrangiger Regierungsvertreter auf Eis gelegt, hieß es in der staatlichen Zeitung „China Daily“. „Eine leere Entschuldigung kann nicht die Wolken wegblasen, die über den bilateralen Beziehungen schweben.“

Die Führung in Peking kritisiert, dass in dem Schrein auch Kriegsverbrecher aus der Zeit der japanischen Invasion Chinas im Zweiten Weltkrieg geehrt werden. Koizumi hatte sich im April für die Gräueltaten japanischer Soldaten entschuldigt, kündigte aber vor kurzem weitere Besuche der Gedenkstätte an. In diesem Zusammenhang beendete Chinas Vize-Ministerpräsidentin Wu Yi am Montag einen Besuch in Japan vorzeitig.

Das japanische Außenministerium gab am Mittwoch zunächst bekannt, dass es China um eine Erklärung für Wus Abreise gebeten habe. Die chinesische Führung hatte mitgeteilt, Wu habe den Termin am Montag wegen „plötzlicher interner“ Verpflichtungen abgesagt. Der japanische Regierungssprecher Hiroyuki Hosoda dagegen versuchte später offenbar, die Lage zu entspannen. Er kündigte an, sich nicht mehr zu dem Konflikt zu äußern. „Weitere Kommentare wären nicht konstruktiv für die japanisch-chinesischen Beziehungen.“

Experten erklärten, die Regierungen würden verhindern, dass der Streit dem Handel zwischen beiden Ländern schadet. „Ihre Volkswirtschaften könnten nicht ohne einander funktionieren. Sie sind untrennbar miteinander verbunden“, sagte der in China geborene Politikwissenschaftler Zhu Jianrong von der Toyo-Gakuen-Universität in Tokio. Andere Analysten wiesen darauf hin, dass der Konflikt in Wirklichkeit nicht um den Yasukuni-Schrein, sondern um den Einfluss der beiden Länder in der Region gehe. „Es ist das schnelle Erstarken Chinas, das die Sache zum Kochen bringt“, erklärte ein westlicher Diplomat in Peking.

Die Börse in Tokio reagierte mit Kursabschlägen auf den Konflikt. Am Mittwoch fiel der Nikkei-Index um 1,07 Prozent, am Vortag um 0,22 Prozent.

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