Streit um Millionenraub: IRA zieht Entwaffnungs-Angebot zurück

Streit um Millionenraub
IRA zieht Entwaffnungs-Angebot zurück

Die nordirische Untergrundorganisation IRA will ihre Waffen nicht mehr wie versprochen vollständig abgeben und verschärft damit die Krise im Friedensprozess. In einer Stellungnahme vom Mittwochabend beschuldigte die IRA die Regierungen in London und Dublin, „ihre Geduld überstrapaziert zu haben“.

HB BELFAST. Dies wurde als direkte Reaktion auf Äußerungen des britischen Premierministers Tony Blair und seines irischen Amtskollegen Bertie Ahern gewertet, die tags zuvor erneut bekräftigt hatten, die IRA stecke hinter dem Millionenraub in Belfast vom Dezember.

In der von der republikanischen Zeitung „An Phoblacht“ veröffentlichten Erklärung kündigte die IRA zwar nicht die Rückkehr zum bewaffneten Kampf an, doch bedeuten die Äußerungen einen erneuten Rückschlag für die Friedensbemühungen in der britischen Provinz Nordirland. Der Friedensprozess war zuletzt im Dezember wegen der Entwaffnungs-Frage ins Stocken geraten.

Am Dienstag erklärten Großbritannien und Irland, die Weigerung der IRA, die Waffen abzugeben sei das einzige Hindernis, um die im Karfreitags-Friedensabkommen von 1998 vorgesehene nordirische Regionalregierung wieder zu etablieren. „Wir weisen dies zurück“, hieß es in der IRA-Erklärung. „Wir haben nicht die Absicht, in dieser inakzeptablen und instabilen Situation ruhig zu bleiben. Unsere Geduld wurde bis zum Äußersten strapaziert.“ Die IRA sei dem Friedensprozess verpflichtet und habe dies immer wieder gezeigt, heißt es in der Erklärung weiter. „Frieden kann jedoch nicht auf Ultimaten, falschen und bösartigen Anschuldigungen und Arglist fußen.“ Die IRA hatte einer Entwaffnung zugestimmt, es jedoch als „Demütigung“ abgelehnt, sich wie gefordert dabei fotografieren zu lassen. Die britische Regierung zeigte sich vom Vorgehen der IRA nicht überrascht. Es bleibe eine Tatsache, dass die IRA den Banküberfall begangen habe, sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Tony Blair.

In ihrem 30 Jahre dauernden Kampf gegen den Einfluss Großbritanniens hat die IRA rund 1800 Menschen getötet.

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