Streit um Nationalhymne
NFL-Spieler protestieren gegen Trump

Mindestens 100 Spieler der amerikanischen Football-Liga NFL haben sich während des Abspielens der US-Nationalhymne geweigert zu stehen. Sie protestieren damit gegen Donald Trump, der Fans zum Boykott aufgerufen hatte.
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WashingtonMindestens 100 Spieler aus der amerikanischen Football-Liga NFL haben der Kritik von US-Präsident Donald Trump getrotzt und sind während des Abspielens der US-Nationalhymne vor ihren Partien auf den Knien gegangen oder sitzen geblieben. Sie reagierten damit auf Trumps Aussage, dass Spieler die keinen Respekt vor der amerikanischen Flagge zeigen und während der Nationalhymne nicht stehen, entlassen werden sollten.

Die meisten NFL-Teams in den frühen Spielen des dritten Spieltags am Sonntag (Ortszeit) zeigten ihre Solidarität, in dem sie sich am Spielfeldrand demonstrativ umarmten oder die Hände hielten. Auch drei NFL-Teambesitzer schlossen sich den Spielern an.

Die Profis der Pittsburgh Steelers entschieden sich dafür, während der Nationalhymne geschlossen in der Umkleidekabine zu bleiben. Nur Trainer Mike Tomlin stand beim Auswärtsspiel gegen die Chicago Bears alleine an der Seitenlinie. Der Trainer erklärte vor dem Spiel, dass seine Spieler diese Entscheidung nicht trafen, „um Respektlosigkeit gegenüber der Nationalhymne zu zeigen, sondern um uns von dem ganzen Sachverhalt zu distanzieren. Leute sollten nicht vor die Wahl gestellt werden.“

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag seine Serie von Breitseiten gegen die National Football League fortgesetzt und Fans zum Boykott aufgerufen. Bereits vor sieben Uhr morgens Ortszeit rief er auf Twitter erneut dazu auf, Spieler zu entlassen oder zu sperren, wenn sie es ablehnten, während des Abspielens der Nationalhymne zu stehen. „Wenn NFL-Fans sich weigern, zu Spielen zu gehen, bis Spieler aufhören, unsere Flagge und unser Land verächtlich zu behandeln, dann wird man schnell sehen, dass sich etwas ändert. Feuern oder sperren!“

Weiter äußerte sich Trump geringschätzig über die Qualität der Football-Spiele. Besucherzahlen und Einschaltquoten seien „STARK GESUNKEN“, twitterte er in Großbuchstaben. „Langweilige Spiele, ja. Aber viele bleiben weg, weil sie unser Land lieben. (Die) Liga sollte hinter dem Land stehen.“

Trump hatte am Freitag und Samstag Sportler scharf attackiert, wenn sie sich weigern sollten, während des in den USA vor Beginn von Partien üblichen Anstimmens der Nationalhymne aufzustehen. Vor Anhängern in Alabama forderte er die Clubbesitzer auf, solche „Hurensöhne“ sofort vom Feld zu holen. Anschließend legte er auf Twitter nach: Wenn ein Spieler „das Privileg wolle, Millionen Dollar (...) zu machen“, dann müsse er auch die amerikanische Flagge respektieren und sich während der Hymne erheben. „Wenn nicht, BIST DU GEFEUERT. Finde was anderes zu tun!“

Der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers, Colin Kaepernick, hatte 2016 eine landesweite Debatte ausgelöst, als er aus Protest gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner beim Intonieren der Nationalhymne nicht aufstand. Mehrere andere Spieler haben sich seitdem vor Spielbeginn ähnlich verhalten.

Der Vorsitzende der amerikanischen Footballliga NFL, Roger Goodell, erklärte, Trumps Äußerungen offenbarten einen Mangel an Respekt für die NFL und deren Spieler. Der Chef der NFL-Spielergewerkschaft, DeMaurice Smith, sagte, der Verband werde auf jeden Fall das Recht der Spieler auf freie Meinungsäußerung schützen.

Auch Basketball-Profis stimmten in die Kritik an Trump ein. Stephen Curry von den Golden State Warriors sagte, er werde gegen einen geplanten Besuch des aktuellen NBA-Meisters beim Präsidenten stimmen. Trump erklärte via Twitter, es sei für ein Meisterschafts-Team eine große Ehre, ins Weiße Haus zu kommen. „Stephen Curry zögert, darum ist die Einladung zurückgezogen!“

Basketball-Star LeBron James, der im Präsidentschaftswahlkampf Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton unterstützt hatte, schrieb daraufhin auf Twitter: „Du Penner! Stephen Curry hat schon gesagt, dass er nicht kommt! Also gibt es keine Einladung. Ins Weiße Haus zu gehen war eine große Ehre, bis Du aufgetaucht bist!“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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