Streit um Reformen

Troika droht Athen Geldhahn abzudrehen

Das Rettungsprogramm für Griechenland läuft Ende des Jahres aus. Um weitere Gelder zu erhalten, muss sich Athen mit der Troika bei der Umsetzung von Reformen einigen. Doch es gibt Streit – und ein Ultimatum.
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Die EU und Griechenland, eine schwierige Geschichte. Quelle: dpa

Die EU und Griechenland, eine schwierige Geschichte.

(Foto: dpa)

BerlinDer Druck auf die Athener Regierung steigt, sich schnell mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über die Umsetzung von Reformen zu einigen. Das gilt als Voraussetzung für weitere Hilfen, wenn das bisherige Rettungsprogramm Ende des Jahres ausläuft. Die Troika drohe den Griechen den Geldhahn zuzudrehen, wenn es in diesem Jahr keine Einigung mehr gebe, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Die griechischen Banken würden dann kaum mehr Liquidität von der EZB erhalten.

Hintergrund der Drohung: Die Bonität der griechischen Staatsanleihen ist eigentlich zu schlecht, um von Banken bei der EZB als Sicherheit hinterlegt zu werden. Allerdings macht die Zentralbank seit Jahren eine Ausnahme, da Griechenland unter dem Euro-Rettungsschirm ist. Sollte das jetzige Programm wegen des Streits zwischen Troika und Athen auslaufen, ohne dass eine Anschlusshilfe vereinbart wird, wäre die Grundlage für die EZB-Sonderbehandlung entzogen. Für die griechischen Banken soll es um Liquidität in Höhe von rund 40 Milliarden Euro gehen.

Griechenland soll nach dem Auslaufen des bisherigen Hilfsprogramms eine vorsorgliche Kreditlinie vom Rettungsfonds ESM über circa zehn Milliarden Euro erhalten. Ob die Einigung bis zur Sitzung der Euro-Finanzminister am Montag gelinge, werde allerdings immer fraglicher, sagten EU-Diplomaten in Brüssel. Aufgrund der festgefahrenen Gespräche zwischen Troika und Athen könnte nun zunächst das laufende Hilfsprogramm verlängert werden. Diese Lösung werde immer wahrscheinlicher, hieß es. Auch bei einer Verlängerung des laufenden Rettungsprogramms könnte die EZB den griechischen Banken weiter Liquidität im bisherigen Umfang zur Verfügung stellen.

  • jhi
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13 Kommentare zu "Streit um Reformen: Troika droht Athen Geldhahn abzudrehen"

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  • Und wenn sich Griechenland nun ganz abwendet?
    Die Verträge mit der Türkei was Gast betrifft, sind gemacht.
    Und Griechenland möchtes auch warm haben.
    Schon mal darüber nachgedacht?
    Denn Merkel ist ja gerde dabei, Europa zu zerstören

  • Wenn die Troika droht, dann fangen die Griechen vor Angst an zu zittern. Dieses Bild fehlt noch zu den neuesten Troika-Nachrichten. Damit alle Welt sehen kann, daß das Geld halt doch nicht so locker sitzt und die Griechen sich schon ein wenig anstrengen müssen. Erst die Drohung, dann die Versprechen der Griechen, dann der Geldfluss - in genau dieser Reihenfolge. Langsam wird dieses Spiel allerdings langweilig. Am einfachsten wäre doch: Troika abschaffen, Versprechen abschaffen, keine Schlagzeilen mehr von Drohungen, Primärüberschüssen und sonstigen Lügen und den Geldhahn bis in alle Ewigkeit weit geöffnet lassen.








    Geldhahn weit geöffnet lassen.

  • [b]SPD, CDU und Grüne verfallen in den Panikmodus. Nachts wachen sie schweißgebadet auf. AfD ante portas.
    Und dann noch Griechenland. Sie drohen, zum Drachme zurückzukehren wenn sie keine weiteren "Hilfspakete von der EUdSSR bekommen.
    Und Merkel sagt, das darf nicht sein!

  • Märchenstunde mit der Troika
    -----------
    Die Troika droht? Das kann doch gar nicht sein!
    Sie hat doch erst beschlossen, Griechenland weitere Kredite zu gewähren wenn das bisherige "Hilfsprogramm" Ende des Jahres ausläuft.
    Und so wird es auch bis 2050 weitergehen. Griechenland ist ein Fass ohne Boden, und das wollen weder die Eurokraten noch die Troika wahrhaben.

  • Warten Sie ab, haben Sie noch ein wenig Geduld. Es werden bald "nur" noch 80% sein, die die AfD nicht wollen... und dann vielleicht noch weniger. AfD wirkt ja sogar schon JETZT, bevor sie überhaupt im Bundestag sitzt. Die bloße Befürchtung, sie könnte den Altparteien Stimmen abjagen, lässt die CDU, die SPD und auch die Grünen schon reagieren. Und einige reagieren eben, indem sie nun plötzlich genau DIE Schritte tun wollen, welche die AfD vorher propagiert hatte. Da war es natürlich nur Rechtspopulismus... hingegen ist es jetzt, nachdem es CDU oder SPD umsetzen wollen, das Produkt durchdachter und bürgernaher Politik. Aha.
    Also - wie gesagt, es bleibt ja nicht bei den befürchteten 90%. Warum die Kopie wählen, wenn es ein Original gibt? Nur Mut!

  • Die Lachnummer des Tages: "Troika droht Griechenland". In diesem Spiel hat bisher immer die gleiche Seite gewonnen: die dreisten Griechen. Die Troika mit ihren Drohungen nimmt in Griechenland sowieso niemand ernst. Zeigt ja auch wieder der letzte Satz: Wenn man sich nicht einigen kann auf ein neues Agreement, dann schickt man die Milliarden einfach weiter basierend auf dem alten Agreement nach Griechenlan. Sorry, aber "Drohen" und "Geldhahn abdrehen" sieht anders aus.

  • Klasse! Selten so gelacht. (Wenn's nur nicht so viel kosten würde)

  • Stimmt. Die AfD ist das einzige was dieser Farce ein Ende bereiten würde.

    Aber da über 90% die AfD nicht wollen, müssen wir schön weiter das korrupte Hellas durchfüttern.

  • Schmarrn. Wenn die AfD in der Regierung säße, dann vielleicht. Aber nicht mit denen da.

  • Die Troika droht ...

    In weiteren Meldungen:

    +++ Christkind droht mit Geschenken +++ Sankt Martin droht mit Mantelhalbierung +++ Wirt droht mit Freibier +++

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