Streit um russisches Erdgas
Gas-Lieferengpässe sind nicht zu befürchten

Politik und Energiewirtschaft halten Befürchtungen für unbegründet, der Streit zwischen Russland und Weißrussland könne Auswirkungen auf die Versorgungssituation in Deutschland haben.

BERLIN/BRÜSSEL. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, die Situation sei nicht mit der Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine vor einem Jahr zu vergleichen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) sind zudem die deutschen Gasspeicher gut gefüllt.

Das Bundeswirtschaftsministerium verwies darauf, Weißrussland spiele als Transitland für Deutschland nur eine untergeordnete Rolle: Lediglich 30 Mrd. Kubikmeter des in Deutschland ankommenden russischen Erdgases werden durch weißrussische Pipelines geschickt. Das vierfache Volumen kommt dagegen durch die Ukraine nach Deutschland.

Derzeit streiten Russland und Weißrussland über die Gasbezugspreise. Der russische Gasmonopolist Gazprom verlangt nach eigenen Angaben von Weißrussland von 2007 an je 1000 Kubikmeter Gas 105 Dollar. Ursprünglich hatte Gazprom sogar 200 Dollar verlangt. Derzeit zahlen die Weißrussen 46,7 Dollar. Weißrussland lehnt die Forderung ab und droht im Gegenzug mit einer Erhöhung der Transitgebühren für Gas nach Westeuropa.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es ähnliche Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine gegeben. Damals war es in Westeuropa kurzfristig zu Lieferengpässen gekommen.

Ein Sprecher des deutsch-russischen Gasunternehmens Wingas sagte am Mittwoch, man blicke entspannt in die Zukunft. „Unsere Kunden können sich auf uns verlassen“, sagte er. Wingas ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Gazprom und BASF. Das Unternehmen verkauft das russische Erdgas, das über die durch Weißrussland führende Jamal-Pipeline bis nach Frankfurt/Oder geleitet wird, an Regionalversorger weiter.

Eigentümer der Jamal-Pipeline ist Gazprom. Es gibt lediglich eine weitere Pipeline, die russisches Erdgas via Weißrussland nach Europa bringt. Eigentümer dieser Pipeline ist die weißrussische Gesellschaft Beltransgas. Empfänger des Gases sind die baltischen Staaten.

Seite 1:

Gas-Lieferengpässe sind nicht zu befürchten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%