Streit um Tempel-Anlagen
USA besorgt über Grenzkonflikt in Thailand

Neue Gefechte mit Schusswaffen und Panzerfäusten: Wegen des thailändisch-kambodschanischen Grenzkonflikts sind mittlerweile Tausende Menschen auf der Flucht. Die USA zeigen sich nun besorgt über die Situation.
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Washington/Dong RakDie USA sind „tief besorgt“ über die Feuergefechte zwischen thailändischen und kambodschanischen Truppen. „Wir rufen beide Seiten zur Zurückhaltung auf“, teilte Außenministerin Hillary Clinton am Montag mit.

Die USA hätten mit beiden Seiten direkten Kontakt aufgenommen, um einen Eskalation zu verhindern. Bei den Gefechten im umstrittenen Grenzgebiet um die Tempelanlagen von Ta Muen und Ta Kwai starben mindestens zwölf Soldaten, zigtausende Zivilisten mussten fliehen. Kambodscha weigert sich, direkt mit Thailand über den Grenzstreit zu verhandeln. Am Sonntag hatten die Streitkräfte beider Seiten im Grenzgebiet 360 Kilometer nordöstlich von Bangkok mit Artillerie und automatischen Waffen aufeinander geschossen.

Im Streit um zwei historische Tempelanlagen haben sich Soldaten aus Thailand und Kambodscha im Grenzgebiet erneut Gefechte geliefert. Bei den Kämpfen am Montag wurden Zeugen zufolge Schusswaffen und Panzerfäuste eingesetzt. Seit Freitag kamen auf beiden Seiten insgesamt mindestens zwölf Menschen ums Leben. Fast 50.000 Menschen sind auf der Flucht. Am Montag hatte zunächst weitgehend Ruhe in der umstrittenen Region geherrscht.

Die thailändische Regierung sprach sich erneut für direkte Verhandlungen mit Kambodscha aus. Außenminister Kasit Piromya schloss zugleich den Einsatz internationale Beobachter nicht aus. „Wir sind nicht dagegen. Es handelt sich um eine heikle Angelegenheit“, sagte der Minister bei einem Besuch eines Flüchtlingslagers. Ein Besuch eines Vertreters des Staatenbundes Asean wurde unterdessen abgesagt.

In dem Streit geht es um die beiden Hindutempel Ta Moan und Ta Krabey, die aus dem zwölften Jahrhundert stammen. Das Urwaldgebiet wird von beiden Staaten beansprucht. Die Kämpfe begannen am Freitag bei Ta Krabey. Von welcher Seite sie ausgingen, ist unklar.
Experten gehen davon aus, dass es sich um eine bewusste Provokation handeln könnte, um die Gegenseite zu diskreditieren oder Nationalisten im eigenen Land zu umwerben. Zwischen den Führungen der beiden Staaten hat es wiederholt Streit gegeben. In Thailand steht demnächst eine Wahl an.

Nach thailändischen Angaben wurden bei den Kämpfen in den vergangenen Tagen auf der eigenen Seite fünf Menschen getötet und 31 verletzt. Kambodscha hat nach eigenem Bekunden sieben Tote und 17 Verwundete zu beklagen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte einen „ernsthaften Dialog“ und einen Waffenstillstand.

Der Konflikt ist auch als Rückschlag für den asiatischen Staatenbund Asean, unter dessen Vermittlung im Februar ein Waffenstillstandsabkommen ausgehandelt worden war, das allerdings nicht umgesetzt wurde. Asean-Chef Marty Natalegawa wollte am Montag Kambodscha und Thailand besuchen. Die Reise wurde jedoch abgesagt. Natalegawa, der Außenminister von Indonesien ist, geht nach eigenen Worten dennoch davon aus, dass ein Treffen mit Thailand und Kambodscha zustandekommen kann.
Alle drei Länder sind Asean-Mitglieder. Der Zusammenschluss aus insgesamt zehn Mitgliedern ist nach dem Vorbild der Europäischen Union aufgebaut und soll bis 2015 zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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