Streit
US-Minister Geithner nimmt sich Finanzaufseher vor

In den USA nimmt der Streit um die Finanzreformen von Präsident Barack Obama an Schärfe zu. Jetzt hat sich Finanzminister Timothy Geithner die Aufsichtsbehörden vorgeknöpft und diese wegen ihrer Kritik barsch zurechtgewiesen.

HB NEW YORK. Ressortchef Timothy Geithner rügte nach Angaben aus Kreisen in einem Treffen den Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, die Chefin der Börsenaufsicht SEC, Mary Schapiro, und die Vorsitzende des Einlagensicherungsfonds FDIC, Sheila Bair, für deren Kritik an den Reformplänen. Zugleich habe der Finanzminister sie aufgefordert, Bedenken über ihren möglichen Machtverlust nicht mehr öffentlich zu äußern, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag. Einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge machte Geithner seinen Ärger über das langsame Vorankommen der Reformen deutlich. Er habe den Aufsehern gesagt, dass "es reicht".

Bei dem einstündigen Treffen, das am Freitag stattfand, sollen harte Worte gefallen sein, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Zusammenkunft vertraute Personen weiter. Er habe die Chefs der Regulierungsbehörden aggressiv zurechtgewiesen. Ein Sprecher des Finanzministeriums bestätigte, dass Geithner eine deutliche Nachricht überbringen wollte. "Wir haben das Treffen angesetzt, um klarzustellen, dass wir zusammenarbeiten müssen, um diese Reformen umzusetzen - und weniger darauf achten, Besitzstände zu verteidigen", sagte er. Sprecher von Fed, SEC und FDIC waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Obama hatte seine Pläne zur Reform der Finanzmarktregulierung im Juni vorgelegt. Sie sehen unter anderem vor, der Fed mehr Einfluss zu geben und der Regierung größeren Spielraum beim Abwickeln von in Schieflage geratenen Unternehmen einzuräumen, die das Finanzsystem gefährden könnten. Zudem soll eine neue Agentur geschaffen werden, die Verbraucher in Finanzfragen schützen soll. Es wäre die größte Finanzreform seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. Große Banken und Wirtschaftsverbände haben die Pläne kritisiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%