Streitpunkt Autoindustrie
Südkorea und EU besiegeln Freihandel

Endlich geschafft: Nach anderthalb Jahren der Verhandlungen ist das Freihandelsabkommen zwischen Südkorea und der Europäischen Union unter Dach und Fach. Handelskommissarin Catherine Ashton und der koreanische Handelsminister Kim Jong-Hoon unterschrieben am Donnerstag den Vertrag.
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TOKIO. „In der derzeitigen Wirtschaftslage ist dieses Abkommen besonders wichtig, da es helfen kann, den Abschwung zu bekämpfen“, sagte Ashton. Jetzt müssen den Vertrag noch die Parlamente der EU-Mitgliedstaaten und Südkoreas ratifizieren.



Ab dem kommenden Jahr bis 2013 werden dem Abkommen zufolge die Zölle für 96 Prozent aller EU-Waren und 99 Prozent der koreanischen Waren entfallen. Europäische Unternehmen werden damit künftig etwa 1,6 Mrd. Euro bei der Ausfuhr von Waren nach Südkorea sparen, rechnete die Kommission vor. Europa wiederum verzichtet auf 1,1 Mrd. Euro an Zöllen für Einfuhren aus dem ostasiatischen Land. Der Vertrag mit Asiens viertgrößter Volkswirtschaft könnte den Export koreanischer Waren in die EU um etwa zehn Mrd. Dollar im Jahr steigern, prognostiziert das Korea Institute for International Economic Policy.



Streitpunkte bei den Verhandlungen waren die Autoindustrie und die Landwirtschaft. Mit Hyundai verfügt Südkorea über einen technisch hoch entwickelten, aber vergleichsweise preiswerten Kfz-Anbieter, der beispielsweise Volkswagen ordentlich Konkurrenz machen könnte – und umgekehrt. Der Fall der Zollschranken für Autos mit mehr als 1,5 Litern Hubraum ist daher auf fünf Jahre gestreckt. Die Südkoreaner machten sich wiederum Sorgen um ihre fragmentierte und ineffiziente Landwirtschaft, die bei Export von Fleisch oder Getreide aus der EU nicht mehr mithalten könnte.

Die EU ist nach China Südkoreas zweitgrößter Handelspartner und der größte Investor.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

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