Stresstest der Fed
Europaschock für US-Großbanken

Es ist ein Szenario wie nach der Lehman-Pleite: Mit Blick auf die europäische Schuldenkrise will die US-Notenbank Federal Reserve die amerikanischen Großbanken einem harten Stresstest unterziehen.
  • 12

Washington Bald wird sich zeigen, ob die US-Großbanken einer neuerlichen Finanzkrise standhalten könnten: Die US-Notenbank Fed prüft bei ihrem jährlichen Stresstest, wie die wichtigsten Institute des Landes bei einem dramatischen Wertverlust europäischer Staatsanleihen oder Finanztitel dastehen würden. Angesichts der derzeitigen Sorge um die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auf die USA müssen die 31 größten Banken des Landes beweisen, dass sie in der Lage wären, eine mit Ende des Jahres beginnende Rezession mit stark steigender Arbeitslosigkeit zu überstehen, teilte die Fed mit. Die im vergangenen Jahr abgesegnete Finanzaufsichtsreform verlangt eine Teilnahme an den Stresstests für alle Banken mit mindestens 50 Milliarden Dollar Kapital.

Die Fed geht bei ihrem vorgestellten Szenario von ähnlichen Verwerfungen aus wie im zweiten Halbjahr 2008, als die Investmentbank Lehman Brothers wegen Fehlspekulationen auf dem US-Immobilienmarkt zusammengebrochen war und andere Großbanken nur dank Staatshilfen weiterexistieren konnten.

An dem Stresstest sollen die Bank of America, die Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Morgan Stanley und Wells Fargo teilnehmen, teilte die Fed am Dienstag mit. Die Geldhäuser müssten ihre Kapitalpläne bis zum 9. Januar einreichen, die Ergebnisse würden am 15. März mitgeteilt. Laut „Wall Street Journal“ kehrt die Fed jetzt zu den strengeren Prüfungsabläufen aus dem Jahre 2009 zurück. Dies sei auch ein Hinweis für die Investoren, man werde härtere Stresstests durchziehen als die kürzlich in Europa abgehaltene Testreihe.

Der verschärfte Test ist Teil einer umfassenden Überprüfung der Kapitalausstattung des amerikanischen Finanzsektors. Die sechs Banken müssen wegen ihrer Investmentbanking-Tätigkeit einen besonders umfassenden Test bestehen. Weitere zwölf Banken, deren Struktur als weniger komplex angesehen wird, müssen sich einer weniger tiefgreifenden Überprüfung unterziehen.

Die Prüfung soll die Schwächen der Bankenwelt aufdecken, um einem Kollaps entgegenwirken zu können. Die Fed spielt dabei durch, was passieren würde, wenn etwa die Arbeitslosigkeit steigt oder die Wirtschaftsleistung der USA sinkt. Die Frage ist, ob eine Bank auch in diesem Extremfall noch genügend Kapital zur Verfügung hat, um zu überleben.

Seite 1:

Europaschock für US-Großbanken

Seite 2:

Die Folgen des Stresstests könnten erheblich sein

Kommentare zu " Stresstest der Fed: Europaschock für US-Großbanken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wow, Birgit, dass dieser Text noch nicht verschwunden ist, wundert mich, weil wo Wahrheit drinsteckt, löschen die Handelsblattler sie normalerweise raus!

  • Da geht es nicht um kapieren. Der hat einen Auftrag zu erfuellen. Man muss sich mal vorstellen. Eine FED, die sagt, wir halten die Zinsen auf fast 0 fuer mindestens die naechsten zwei Jahre und die dabei noch Geld druckt. Dies hat mit Geldwertstabilitaet absolut nichts mehr zu tun. Da geht es um andere Dinge. Aber die FED darf ja nicht ueberprueft werden und geniesst somit absolute Narrenfreiheit.

  • Übrigens: Die Untätigsten aller Menschen sind die Jammerer - und die Unwissenden!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%