Stresstest-Ergebnis

Spaniens Banken brauchen Milliarden

Während Europa darüber spekuliert, ob Spanien sich noch am Wochenende an die EZB wenden wird, hat der IWF schon einmal die Rechnung aufgemacht: Er präsentierte das Ergebnis eines Stresstests bei spanischen Banken.
Update: 09.06.2012 - 04:57 Uhr 29 Kommentare
Spanische Banken hat der IWF einem Stresstest unterzogen. Quelle: dpa

Spanische Banken hat der IWF einem Stresstest unterzogen.

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Washington/New YorkDer spanische Bankensektor benötigt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) Finanzhilfen in Höhe von mindestens 40 Milliarden Euro.

Dies sei das Ergebnis eines Stresstests bei den Finanzinstituten des Landes, teilte der IWF am späten Freitag in Washington mit. Die größten Banken des Eurolandes hätten aber ausreichende Kapitalpuffer, betonte der IWF.

Der Stresstest habe nicht zur Absicht gehabt, eine definitive Größe des Kapitalbedarfs zu ermitteln, sondern vor allem Schwächen im Finanzsektor festzustellen. Danach sei das System im Kern gewappnet gegen eine weitere Verschlechterung der spanischen Konjunktur, aber manche Segmenten und bestimmte Banken seien anfällig, heißt es in dem Report.

Deshalb werde der zusätzliche Kapitalpuffer benötigt, um die von Notenbankern ausgearbeiteten schärferen Eigenkapitalregeln („Basel III“) einhalten zu können. Eine IWF-Verantwortliche verwies zugleich darauf, dass der Wert nur die untere Grenze des Finanzbedarfs darstelle und höhere Zahlungen nötig sein könnten.

Der Stresstest sei „ein guter Indikator“. Häufig sei aber das 1,5- bis Zweifache des errechneten Finanzbedarfs notwendig, um Geldhäuser wieder krisenfest zu machen.

Spanien hatte den unter einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase leidenden Bankensektor des Landes mit Milliardenbeträgen gestützt, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Bisher will Madrid keine mit zahlreichen Auflagen verbundenen Darlehen aus dem EFSF beantragen, sondern die Krise allein in den Griff bekommen. Wegen seiner schwächelnden Wirtschaft gilt Spanien jedoch seit einiger Zeit als Kandidat für Finanzhilfen.

Die stellvertretende spanische Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria erklärte am Freitag, das Land könne in diesem Monat über einen Antrag auf europäische Finanzhilfen entscheiden. Dies werde jedoch erst geschehen, wenn der Internationale Währungsfonds und die zwei beauftragten Beratungsfirmen ihren Bericht zur Lage der Geldhäuser vorgelegt hätten. Die Berichte werden bis 21. Juni erwartet.

Spaniens Hilfsantrag für Banken am Wochenende

  • afp
  • dpa
  • dapd
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29 Kommentare zu "Stresstest-Ergebnis: IWF rechnet mit Milliardenbedarf bei Spaniens Banken"

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  • Der Deutsche Bundestag wird am kommenden Mittwoch den permanenten Hilfsfonds ESM absegnen. Dieser soll bereits am 1. Juli starten. Den ESM und seine schockierenden Folgen erklärt im Übrigen diese Infoseite sehr gut: http://www.stop-esm.org/home.
    Sicher ist: Die Zeit ist wieder einmal äußerst knapp, um ein vorzeitiges Auseinanderbrechen des Eurolandes zu verhindern. Der Euro wird sein Gesicht verändern, die Frage lautet nicht wann sondern viel mehr wie. Zum Glück für die Politik läuft nun aber die Fußball-EM und der deutsche Michel bekommt von all dem kaum etwas mit – auch weil die Massenmedien heikle Themen wie ESM und Fiskalpakt weitestgehend ausklammern.

  • Die spanische Immobilienblase ist bezogen auf das Bip um das 3-fache größer, als es die US-immobilienblase war. Der spanische Bausektor nimmt mit 45% bezogen auf das verarbeitende Gewerbe eine Spitzenstellung ein. Zum Vergleich der dt. Bausektor knapp 20%, der US-amerikanische 2008, auf dem Höhepunkt der dortigen Immobilienblase knapp 22%. Die spanische Finanzindustrie schuldet seit Beginn der Krise 2008 unaufhörlich weiter auf, sie nimmt damit eine Sonderstellung in den westlichen Industrienationen ein, doch würde sie es nicht tun, so wären die nackten Zahlen ersichtlich und der Zahlungsverkehr würde sofort zum Erliegen kommen. Der Ausdruck 4.-größte Volkswirtschaft der Eurozone klingt da wie Hohn und Spott, bezüglich des am Boden liegenden Bausektors sowie der mit ihm tief verschlungenen Finanzindustrie, letztere kann sich nur mühevoll von einem Tag zum nächsten durch die Überdeckung alter, bereits ausgefallener, mit neuen Krediten künstlich über Wasser halten.

  • Ein dauerhaft vereintes Europa, wird wegen den großen Unterschieden nie gelingen.

  • dümmer gehts wohl nimmer

  • Das diese Stresstests gar nichts besagen, ist wohl klar. Noch vor kurzem haben fast alle Banken diesen Test bestanden. Das Geld dafür und auch für die bankrotten Banken können wir uns sparen. Wenn es zum erweiterten Bankrun kommt, werden wir merken, daß das meisste Geld gar nicht existiert und die letzten bekommen dann gar nichts mehr.

  • Ich kann es langsam nicht mehr fassen, dass einige im Forum immer noch dazu aufrufen, die Ruhe zu bewahren und andere als "H-4", "Rentner" oder "Nazis" verunglimpfen. Wir werden, wie viele meiner Vorredner, nach Strich und Faden, jeden Tag aufs Neue belogen. Der IWF gibt ja schon zu, dass die Untersuchung nicht den definitiven Kapitalbedarf spanischer Banken feststellen sollte. Welche Hinweise benötigt ihr denn noch? Ich halte das geplante Vorgehen von der EU-Kommission und den anderen Banditen, nur für einen Versuch, die deutschen Bürger zu enteignen. Jetzt in diesem Moment sollten nicht die Deutschlandfähnchen auf den Autos wehen, sondern die "Barrikaden" errichtet werden, um die Politiker aufzurufen unser Vermögen zu schützen, wenn das überhaupt noch möglich ist. Jedem der kein Vermögen hat, kann ich nur gratulieren, da er nun ein Problem weniger hat und die EM in vollen Zügen genießen kann. Alle anderen müssen sich spätestens jetzt was einfallen lassen, wenn nicht schon geschehen um ihr Vermögen einigermaßen zu retten. Viel Erfolg dabei.

  • Und schon wieder sahnen die Banken beim Steuerzahler ab. Damit sollte doch Schluss sein. Aber die Politiker lassen sich wieder ins Bockshorn jagen. Lasst sie doch endlich pleite gehen! Anders lernen sie nicht!

  • Nicht 40 sonder 400 Milliarden!!! Die 400 war doch schon im Raum gestanden, also was soll das ganze Versteckspiel!!!

    Generell gilt: Man bekommt in der viertgrößten Volkwirtschaft, d.h. Spanien keine Immobilienblase über 10 Jahre für 40 Milliarden. Das ist ausgeschlossen.

    Zudem werden derzeit die Immoblilienpreise in Spanien KÜNSTLÜCH gestzützt. D.h. was heut gilt, mag morgen schon nicht mehr gültig sein. Sollten die Immopreise fallen, werden immer mehr faule Kredite generiert!!!
    Die 40 Milliarden sind eine Momentaufnahme für den 9.6.2012 und nur für diesen Tag gültig!!!

    Es darf auch nicht mehr angehen, so zu tun als hätte Spanien einfach nur ein Bankenproblem. NEIN: das Bankenproblem ist wie auch in DE oder USA oder GB ein Staatsschuldenproblem. Wie kommen die Spanier nur darauf, dass WIR aus UNSEREN Solzialkassen die spanischen Banken retten sollen???? Da bleibt einem die Spucke weg!!!

    Das ist alleinige Aufgabe der Spanier. Einfach so zu tun als gehörten die spanischen Banken nicht in die Verantwortlichkeit des spanischen Staates ist ja wohl der Gipfel. Schließlich hätte die spansiche Regierung die Immoblase verhindern können und müssen.

    Es vergeht kein Tag, an dem dem detuschen Steuerzahler von den Europäern ein Fallstrick vor die Füsse gelegt wird. Ich bin absolut enttäuscht von der Art und Weise wie die PIIGS sich vor der Verantwortung drücken und uns faule Kredite unterjubeln wollen.


  • "Tja, diese "Experten" (wohl H4-ler, Rentner, Nazis) nutzen jede Gelegenheit, um gegen den EUR und gegen Europa zu proleten."
    Dat mit de Rendner verbütte ick mir, wa! :)
    Im Ernst, ich stehe zum Euro, und vor allem zu Europa, und bin auch der Auffassung das dieser "melting pot" zusammenfinden wird. Weil es einfach eine gute und sinnvolle Idee ist, mit der vielleicht unseren Erdball besser in jeder Hinsicht sauber halten kann. Aber das sind jahzehntelange Entwicklungen, und ich hoffe, in meinen mir noch vergönnten Jahren, noch dazu beitragen zu können, ein Europa zu sehen, was sich als solches versteht. Aber - wie lange hat Germanien gebraucht, um die verschiedenen Gruppen unter einen Hut zu bekommen?
    Allein das war schon ein Ziel, für das viele alte Leute gekämpft haben. Nun wird es Zeit in Europa echte Demokratie walten zu lassen. Und das ist erst eine Aufgabe, wahrscheinlich für meine Enkel. Diese sich auch mit Antiparolen verschiedener Gruppen und Menschen werden auseinander setzen müssen, wie hier auch.
    Aber das ist ja die Demokratie. Es geht um das Ringen um Mehrheiten. Da ist man eben mal oben, und mal unten.
    Das war mein Wort zum demokratischen Rentnersonntag :).

  • Man kann nur noch eines machen...sämtliche Sparbiefe, LVs usw auflösen und das Geld in Werte umwandeln die fassbar sind. Ansonsten ist das Geld weg...das ist 100% sicher.

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