Strom- und Gasmangel könnte bis zu 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum kosten
Argentinien droht eine Energiekrise

Der Streit mit dem Internationalen Währungsfonds über neue Finanzhilfen ist gerade beigelegt – schon steht Argentinien neuer Ärger ins Haus. Eine schwere Energiekrise droht nach Einschätzung von Experten die wirtschaftliche Aufholjagd des südamerikanischen Krisenlandes stark zu beeinträchtigen.

BUENOS AIRES. Weil in den vergangenen Jahren zu wenig in die Erdgasgewinnung und in die Versorgungsinfrastruktur investiert wurde, könnte die Energie jetzt knapp zu werden. Seit der Peso vor etwas mehr als zwei Jahren von seiner langjährigen Dollarbindung abgekoppelt wurde und sich nachfolgend stark abwertete, sind die Preise in Argentinien um 50 % angestiegen. Die Tarife für Strom und Gas wurden aber per Gesetz eingefroren, so dass der Verbrauch anstieg. Gleichzeitig hielten sich die privatisierten Versorgungsunternehmen angesichts der garantierten Festpreise mit Investitionen zurück.

Der Argentinische Industrieverband UIA schätzt, dass der Energiemangel etwa 2 bis 2,5 % Wachstum kosten könnte. „Energieintensive Sektoren wie Aluminium und große Teile der Industrieproduktion werden leiden“, sagt Jorge Avila vom Makroökonomischen Forschungszentrum CEMA.

Zudem drohen Chile und in geringerem Ausmaß auch Uruguay in Bedrängnis zu geraten, weil die Regierung in Buenos Aires eine Kürzung der Energieexporte beschlossen hat. In Chile, das bisher mehr als 90 % seines Gases aus dem Nachbarland bezog, erwarten Experten deshalb einen Anstieg der Strom- und Gaspreise um mindestens 3 %.

Seite 1:

Argentinien droht eine Energiekrise

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%