International
Struck gegen Ausweitung der Nato-Rolle in Afghanistan

Mit ihrer Forderungen nach einer schnellen Ausweitung der Nato-Rolle in Afghanistan stoßen die USA auf Widerstand. Bundesverteidigungsminister Peter Struck wies die US-Forderungen zurück, bis Februar solle das Bündnis Pläne für die Übernahme aller militärischen Operationen vorlegen.

HB POIANA BRASOW. Der amerikanische Nato-Botschafter Nicholas Burns hatte dies bei einem Treffen der Verteidigungsminister des Bündnisses im rumänischen Poiana Brasov am Mittwoch gefordert. „Wir sind gegen eine Zusammenlegung dieser beiden Mandate“, sagte Struck. Er zweifele daran, dass der Bundestag einem solchen Schritt zustimmen werde.

Burns sagte, die Einsätze der USA und der Nato sollten unter dem Kommando der Allianz gebündelt werden. Dies könne 2005 oder auch 2006 geschehen. Derzeit sind die Zuständigkeiten zwischen einer 20 000 Soldaten starken US-Streitmacht und einem knapp halb so großen Nato-Kontingent aufgeteilt. Die US-Operation „Enduring Freedom“ hat die Bekämpfung der entmachteten Taliban- Milizen und der Extremistenorganisation El Kaida einschließlich ihres Anführers Osama bin Laden zum Ziel. Die Nato konzentriert sich mit der Isaf-Truppe auf Sicherungsmaßnahmen in der Hauptstadt Kabul und im Norden Afghanistans. Allerdings ist eine Ausweitung ihres Mandats zunächst auf den Westen und später den Süden geplant.

Eine Zusammenlegung beider Einsätze galt bislang nur als denkbare Variante für die fernere Zukunft. Diplomaten zufolge sehen mehrere Länder eine Zusammenlegung kritisch. Sie verwiesen aber darauf, dass die Ausdehnung des Nato-Einsatzes ohnehin eine engere Zuzsammenarbeit zwischen beiden Kommandos nötig macht.

Als Kompromiss in dem Streit ist die Bildung einer gemeinsamen Truppe unter einem Kommandeur vorgeschlagen worden, deren Aufgaben aber geteilt werden sollen. Dies könne sowohl das bestehende Nato-Mandat erhalten als auch größere Synergie- Effekte auslösen, sagte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer.

Die Minister erklärten bei ihrem Treffen die vor zwei Jahren gestartete Nato-Eingreiftruppe mit 17 500 Mann einsatzbereit. Sie soll - unter anderem mit Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen - innerhalb von fünf Tagen weltweit auf Krisen reagieren können. Sie soll 2006 mit 24 000 Soldaten ihre volle Stärke erreichen. Die Soldaten sind jeweils aus nationalen Verbänden der Nato zugewiesen.

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