Studie
Betriebe passen Bezahlung nicht an Mindestlohn an

Deutsche Betriebe zahlen ihren Mitarbeitern nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn, wie das Ergebnis einer Studie zeigt. Teilweise erhielten geringfügig Beschäftigte sogar extrem niedrige Stundenlöhne.
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BerlinViele Minijobber erhalten nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ nicht den gesetzlichen Mindestlohn, obwohl er ihnen zusteht. Dies gehe aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor, berichtet die Zeitung vorab aus ihrer Montagausgabe.

Demnach bekamen 2015 knapp die Hälfte dieser geringfügig Beschäftigten weniger als 8,50 Euro brutto die Stunde, die Arbeitgeber damals mindestens zahlen mussten. Der Mindestlohn wurde Anfang 2015 in Deutschland eingeführt; mittlerweile beläuft er sich auf 8,84 Euro.

„Die Zahlen lassen keinen Zweifel daran, dass die Betriebe bei einem erheblichen Teil der Minijobber nicht wie gesetzlich vorgeschrieben die Löhne erhöht haben“, stellen die Studienautoren dem Blatt zufolge fest. Das Mindestlohngesetz werde bei Minijobs offenbar „noch längst nicht flächendeckend angewendet“.

So verdienten der Studie zufolge im Jahresdurchschnitt 2014 etwa 60 Prozent der Minijobber weniger als 8,50 Euro die Stunde. Dieser Anteil sei zunächst auf etwa 50 Prozent gesunken. Der durchschnittliche Zeitpunkt der Befragung war dabei der März 2015.

Ziehe man die Umfrageergebnisse vom Juni 2015 heran, erhielten immer noch 44 Prozent der Minijobber nicht die 8,50 Euro. Dies lasse vermuten, „dass ein erheblicher Teil der Arbeitgeber die Bezahlung nicht nur langsam, sondern gar nicht an den Mindestlohn angepasst hat“, sagte WSI-Experte Pusch dem Blatt. Teilweise würden sogar extrem niedrige Stundenlöhne bezahlt. So habe etwa jeder fünfte Minijobber weniger als 5,50 Euro brutto pro Stunde bekommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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