Studie deckt Fehler auf und empfiehlt neues Verhalten
IWF kritisiert eigene Argentinien-Politik

Eine Studie des „Unabhängigen Evaluierungsbüros“ (IEO) des Internationalen Währungsfonds über die Ursachen der Argentinien-Krise geht mit der IWF-Politik hart ins Gericht.

HB BUENOS AIRES. Zwar sei die Argentinien-Krise in erster Linie durch das Versagen argentinischer Politiker hervorgerufen worden, „rechtzeitig notwendige korrigierende Maßnahmen durchzuführen“, wobei insbesondere auf die Unvereinbarkeit des kontinuierlich hohen Haushaltsdefizit mit der Dollarbindung des Peso hingewiesen wird. Der IWF seinerseits habe aber diese „schwache Politik zu lange unterstützt, auch als Ende der 90er Jahre bereits klar geworden war, dass die Politik unfähig zur Realisierung notwendiger Haushaltsdisziplin und Strukturreformen war“, heißt es in dem Bericht.

Eine Lehre aus der Argentinien- Krise ist nach Meinung der Experten, dass der IWF künftig von vorbeugenden Kreditprogrammen absehen sollte. Die Tatsache, dass die IWF- Kreditarrangements von 1997 bis 1999 als rein vorbeugende Maßnahmen galten, hätte eine schwache Einflussnahme des Fonds auf Argentiniens Haushaltspolitik und Strukturreformen gerechtfertigt. „Wenn es keinen dringenden Zahlungsbilanznotstand gibt, könnte es ratsam sein, kein IWF-Programm abzuschließen und das Land auf diese Weise der Marktdisziplin zu unterwerfen“, folgert der Report. Diese Weisung ist etwa in Bezug auf Brasilien interessant, wo die Notwendigkeit neuer IWF-Programme bereits mehrmals zur Diskussion stand.

Weiterhin sollte der IWF seine eigenen Ansichten stärker einbringen, auch und gerade wenn sie konträr zu den von den Ländern selbst entwickelten Wirtschaftsprogrammen sind, heißt es in dem Report. Gerade das Beharren auf eigenen Strategien war dem IWF in der Asien-Krise zum Vorwurf gemacht worden, weshalb der IWF danach ins gegenteilige Extrem verfiel und das von Argentinien gewählte Wechselkurssystem zu lange mittrug.

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