Studie
EU-Osterweiterung hat nicht zu Lohndumping geführt

Die Vorbehalte bei der EU-Osterweiterung vor zehn Jahren waren groß. Wird der deutsche Arbeitsmarkt überschwemmt? Beginnt der Tourismus in den Wohlfahrtsstaat? Eine Studie zeigt: Alle Befürchtungen waren unbegründet.
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BonnZehn Jahre nach der EU-Osterweiterung ist die befürchtete Verdrängung deutscher Arbeitnehmer durch billige Konkurrenz aus Osteuropa ausgeblieben. Das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat die Auswirkungen der Erweiterung untersucht und keine Belege dafür gefunden, dass Einheimische ihren Platz für Zuwanderer zunehmend räumen mussten. Das geht aus der Analyse des Bonner Instituts anlässlich des zehnten Jahrestags am 1. Mai hervor, deren Zusammenfassung der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

„Ursprüngliche Vorbehalte, die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropäer führe hierzulande zu "sozialen Verwerfungen" und einem vermeintlichen "Tourismus in den Wohlfahrtsstaat" haben sich laut den langjährigen Beobachtungen nicht bestätigt“, erklärte IZA-Direktor Klaus Zimmermann. Auch sei das Lohnniveau durch die EU-Erweiterung nicht gesunken.

Ebenso unbegründet sei die Befürchtung geblieben, dass eine große Zahl an Arbeitsplätzen aus Deutschland in die neuen Mitgliedsstaaten verlagert werden könnte. „Wirklich billig sind die Arbeitnehmer in den neuen EU-Staaten bei Reallohnsteigerungen von zehn Prozent inzwischen auch nicht mehr“, erklärte der Arbeitsmarktexperte.

Insgesamt sei die EU-Osterweiterung, bei der am 1. Mai 2004 zehn Staaten aus Ost- und Südeuropa der Europäischen Union beitraten, ein wirtschaftlicher Erfolg: Sie habe in der gesamten Gemeinschaft für zusätzliche Wachstumsimpulse und eine deutliche Wohlstandssteigerung geführt. Die neuen Mitglieder hätten ihre Wirtschaftskraft darüber hinaus erheblich steigern können.

Allerdings gebe es vor allem bei der Integration der neuen Arbeitsmärkte immer noch Nachholbedarf: „Hier liegt deshalb das wichtigste Handlungsfeld für die kommenden Jahre, um die Chancen einer verbesserten Arbeitsteilung im europäischen Binnenmarkt voll auszuschöpfen“, sagte Zimmermann. Gerade Deutschland könne aufgrund seiner Lage und Wirtschaftskraft überdurchschnittlich von gut ausgebildeten Arbeitskräften aus dem Ausland profitieren.

2004 waren Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Ungarn, Malta und Zypern die Europäischen Union beigetreten, die damit auf insgesamt 25 Staaten wuchs. 2007 folgten Bulgarien und Rumänien. 2013 wurde Kroatien das 28. EU-Mitglied.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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