Studie
HSBC empfiehlt Ausstieg aus Währungsunion

Das größte europäische Bankhaus HSBC hat seine ganz eigene Meinung, welchen Weg Deutschland einschlagen sollte, um auf den Wachstumspfad zurückzufinden: Es empfiehlt Deutschland den Austritt aus der Europäischen Währungsunion (WWU). Der Schritt eröffne dem Land ganz neue Möglichkeiten, heißt es in einer Studie.

HB DÜSSELDORF. „Es gibt gute ökonomische Gründe, die Eurozone zu verlassen“, heißt es in einer Studie des Londoner Instituts, die Handelsblatt.com vorliegt. Durch einen solchen Schritt würde das Land die „Möglichkeit gewinnen, ein angemesseneres (niedrigeres) Zinsniveau zu setzen“. Zudem könne Deutschland dann mit höheren Staatsausgaben und Steuersenkungen die Konjunktur ankurbeln und so der Gefahr einer Deflation vorbeugen.

» Dokument: HSBC-Studie „European meltdown?"

„Die Regierung hat eine größere Kontrolle über die Fiskalpolitik und könnte sie als Mittel benutzen, um einem allgemeinen Preisverfall entgegenzuwirken“, heißt es in der Studie. Wie die HSBC-Experten argumentieren, ist es Deutschland dank niedriger Inflationsrate gelungen, die Wettbewerbsfähigkeit in der Währungsunion zu verbessern. Dieser Effekt werde aber dadurch mehr als wettgemacht, dass der preisbereinigte Zins für das Land zu hoch sei. „Die Vorteile durch den realen Wechselkurs, die sich aus der geringen Inflation ergeben, werden offensichtlich überkompensiert durch die zu hohe reale Inflationsrate“, schreibt HSBC.

Allerdings zeige das Beispiel Japan, dass „eine unabhängige Geldpolitik alleine keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg ist“. Die Bundesregierung hatte in der Vergangenheit wiederholt argumentiert, der einheitliche Zins der Europäischen Zentralbank (EZB) sei für Deutschland zu hoch. EZB und Bundesbank hatten dies zurückgewiesen und die Vorteile der Währungsunion betont.

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