Studie von Morgan Stanley
USA hinter Südeuropa am ungleichsten entwickeltes Land der Welt

Portugal, Italien, Griechenland und Spanien – die ungleichsten Länder der Welt liegen in Südeuropa. Das ist das Ergebnis einer Studie von Morgan Stanley. Direkt hinter den krisengeschüttelten Staaten folgen die USA.

WashingtonIm seit Jahren krisengeschüttelten Süden von Europa finden sich einer Aufstellung der US-Investmentbank Morgan Stanley zufolge die ökonomisch ungleichsten Länder in der entwickelten Welt. Das geht aus einer am Dienstag in New York vorgelegten, neuen Studie der Bank hervor. Direkt hinter den südeuropäischen Ländern Portugal, Italien, Griechenland und Spanien folgen demnach die USA.

Die Analysten von Morgan Stanley orientierten sich bei ihrer Bewertung an verschiedenen ökonomischen und sozialen Indikatoren, darunter die Unterschiede bei Löhnen und Gehältern zwischen Männern und Frauen, die Quote unfreiwilliger Teilzeitarbeit und den Zugang zum Internet. Weiteres Ergebnis der Studie: Der wirtschaftliche Aufstieg von großen Schwellenländern wie China und Indien hat die Ungleichheit unter den Ländern zwar reduziert, aber trotzdem die individuelle Ungleichheit wachsen lassen.

Seit Mitte der achtziger Jahre hat die Einkommensungleichheit in der entwickelten Welt am stärksten zugenommen in Schweden, wie die Studie überdies ergab. Trotz dieser Entwicklung weise Schweden gemeinsam mit den anderen skandinavischen Ländern weiterhin das niedrigste Ungleichheitsniveau auf.

Langfristig hemmt eine anhaltende Ungleichheit in einem Land das Wirtschaftswachstum, hieß es von Morgan Stanley. Mangelnde Chancengleichheit dämpfe die Neigung zu harter Arbeit, mehr Bildung und der gezielten Weiterentwicklung von Fähigkeiten. Überdies erodiere das Vertrauen in Politik und soziale Institutionen. Schließlich münde die soziale Ungleichheit in wirtschaftspolitischen Entscheidungen, die auf eine erhöhte Marktregulierung, Protektionismus und eine vermehrte Anti-Immigrationspolitik hinausliefen.

„Die früheren Generationen der Mittelklasse konnten sich wegen der Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg auf einen steigenden Lebensstandard mit angemessenen Häusern für ihre Familien und eine gute Bildung für ihre Kinder verlassen“, hieß es in der Morgan-Stanley-Studie. Es gab auch verlässlichere Altersvorsorgesysteme, hieß es. „Im Gegensatz dazu muss sich die Mittelklasse derzeit um die erhöhte Unsicherheit ihrer Arbeitsplätze und ihrer Altersrücklagen sorgen“.

Die Entwicklung zu wachsenden Einkommensunterschieden berge allerdings auch Anlagechancen, hieß es in der Studie. Ein Trend zu größerer Produktdifferenzierung mit höheren Qualitäts- und Preisunterschieden werde sich voraussichtlich fortsetzen, stellte Morgan Stanley fest. Davon profitieren Anbieter wie etwa Nestlé SA, die erfolgreich die verschiedenen Marktsegmente für Gutverdiener wie für Wenigverdiener gleichzeitig bedienen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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