Studie zur EU-Asylpolitik Richtlinien bieten offenbar zu viel Spielraum

Die Mitgliedstaaten interpretieren die EU-Richtlinien für die Aufnahme von Asylbewerbern sehr unterschiedlich. Die Anerkennungsquoten variierten stark, kritisiert eine Studie. Besonders deutlich wird das in Ungarn.
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Studie zur EU-Asylpolitik: Richtlinien bieten zu viel Spielraum Quelle: dpa
Asylbewerber

Laut Studie waren im September 2017 in der gesamten EU fast eine Millionen Asylbewerber in Wartestellung.

(Foto: dpa)

BerlinDie EU-Richtlinien für die Aufnahme von Asylbewerbern bieten laut einer aktuellen Studie zu viel Entscheidungsspielraum bei ihrer Umsetzung. Anders lasse sich nicht erklären, dass die Anerkennungsquote für Menschen aus dem gleichen Herkunftsland in Deutschland bei etwa 50 Prozent, in Ungarn jedoch nur bei 15 Prozent liege, sagte Zsolt Darvas von der Brüsseler Denkfabrik Bruegel, am Montag in Berlin bei der Präsentation seiner Studie.

Selbst wenn man berücksichtige, dass sich Asylbewerber aus einigen Herkunftsländern schwerpunktmäßig um Aufnahme in bestimmten EU-Staaten bemühten, erscheine es wahrscheinlich, „dass sich diese Unterschiede durch die unterschiedliche Aufnahmebereitschaft erklären lassen“. Darvas sagte: „Stichhaltige Belege dafür, dass Zuwanderer den Einheimischen Jobs wegnehmen oder dass ihre Ankunft dazu führt, dass die Löhne für die Einheimischen sinken, gibt es nicht.“

Über alle Staaten und Herkunftsnationalitäten hinweg war den Angaben zufolge 2017 etwa jeder zweite Schutzsuchende mit seinem Asylantrag in der EU erfolgreich. Viele Antragsteller - nicht nur in Deutschland - warten allerdings sehr lange auf eine Entscheidung. Laut Studie waren im September 2017 in der gesamten EU fast eine Millionen Asylbewerber in Wartestellung.

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