Subventionen für E-Autos
So spendabel ist das Ausland

Verkaufsschlager E-Auto? Deutschland ist davon noch weit entfernt. Deshalb will Berlin Käufe kräftig fördern. Doch diese Subvention ist keine deutsche Erfindung. Auch andere Länder lassen Geld für Elektroautos springen.
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Berlin/RomIn Deutschland wollen Bundesregierung und Autoindustrie die schleppende Nachfrage nach E-Autos ankurbeln. Zuletzt war eine Kaufprämie von 4.000 bis 5.000 Euro für reine E-Autos und von 3.000 Euro für Hybridfahrzeuge mit ergänzendem Verbrennungsmotor im Gespräch.

Auf dem heuteigen Autogipfel will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Autoindustrie im Kanzleramt dazu drängen, sich zur Hälfte an den voraussichtlichen Gesamtkosten von 1,2 Mrd. Euro für die geplante Elektroauto-Kaufprämie zu beteiligen. Die Industrie soll dafür rund 600 Mio. Euro in den Energie- und Klimafonds investieren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich am heutigen Dienstag zum zweiten Mal mit Vertretern der Autoindustrie, um in den noch strittigen Fragen eine Einigung zu erzielen. Beim ersten Treffen im Januar hatte sich die Bundesregierung mit Daimler-AG-Vorstandschef Dieter Zetsche, Volkswagen-AG-Chef Matthias Müller und BMW-AG-Chef Harald Krüger nicht über einen Zuschuss der Industrie verständigen können.

Lediglich eine Beteiligung von 1.250 Euro pro Elektroauto hat die Industrie nach Angaben aus Branchenkreisen in Aussicht gestellt. Strittig ist auch noch, ob Plug-In-Hypbride bei der Förderung schlechter gestellt werden sollten als reine Elektroautos.

Doch die Subvention für das ungeliebte E-Auto ist keine deutsche Erfindung. Auch andere Länder nutzen die Förderung vom Staat. Ein Überblick:

CHINA: Dank staatlicher Subventionen beim Kauf eines E-Autos ist das Reich der Mitte 2015 zum größten Markt für Elektrofahrzeuge aufgestiegen. Etwa 188 000 Wagen wurden abgesetzt. Das ist im Vergleich zum Gesamtmarkt mit jährlich mehr als 20 Millionen Autos zwar noch verschwindend wenig. Doch Peking hat zuletzt noch einmal unterstrichen, dass die grüne Revolution im Eiltempo voranschreiten soll: 12 000 neue Ladestationen und 4,8 Millionen Ladesäulen sollen laut einer neuen Verordnung bis 2020 landesweit aufgestellt werden. Die Zahl der E-Autos soll bis dahin auf fünf Millionen steigen. China hofft durch einen höheren Anteil von Elektroautos, auch die Smog-Probleme in den Großstädten des Landes in den Griff zu kriegen.

USA: Obwohl es nicht zuletzt dank dem Branchenpionier Tesla mit seinem schillernden Chef Elon Musk einen Hype um Elektroautos gibt, sind die USA von einer E-Revolution meilenweit entfernt. Bislang fristen die Fahrzeuge ein Nischendasein. 2015 hatten nur 0,3 Prozent der knapp 17,5 Millionen verkauften Neuwagen einen E-Antrieb. Zuletzt dämpfte der billige Sprit die Nachfrage noch zusätzlich. Dabei werden E-Autos auch in den USA gefördert. So soll der Kaufpreis für den Chevrolet Bolt EV bei gut 37.000 Dollar liegen, nach Abzug staatlicher Vergünstigungen aber auf etwa 30.000 Dollar sinken.

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