Subventionseinbußen
EU will Einkommen deutscher Großbauern stutzen

Den deutschen Großbauern drohen deutliche Subventionseinbußen: EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel will am Dienstag Pläne vorlegen, nach denen Großbetriebe bis zu 22 Prozent weniger Zuschüsse erhalten. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) zeigte sich dennoch erleichtert.

dpa BRüSSEL/BERLIN. Deutschlands Großbauern drohen millionenschwere Einbußen bei den Einkommen. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel wird an diesem Dienstag Pläne vorlegen, die Europas Agrarwirtschaft empfindlich treffen können. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU), der die Pläne sehr skeptisch sieht, zeigte sich dennoch erleichtert, dass Fischer Boel ihre ursprüngliche Ideen entschärft hat. Hatte die Kommission zunächst Einbußen von 45 Prozent in der Spitze erwogen, so kann es Großbetriebe nun maximal 22 Prozent der Subventionen kosten. „Die Betriebe in Ostdeutschland müssten mit rund 200 Mill. Euro fast die Hälfte der Kürzung in Deutschland schultern“, sagte Aufbau-Ost-Minister Wolfgang Tiefensee (SPD) in Berlin.

Fischer Boel will bei der Kommissionssitzung auch eine Grundsatzdebatte über weltweit gestiegenen Preise für einige Agrarprodukte und Lebensmittel anstoßen. Dazu will die Kommission ein entsprechendes Grundsatzpapier vorlegen. Für Deutschland sieht Seehofer hingegen Entspannung an der Preisfront. Auch Bauernpräsident Gerd Sonnleitner beklagte schon wieder sinkende Preise für einige Produkte.

Am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kollegen sagte Seehofer zu Plänen der Kommission, direkte Beihilfe zugunsten der Wirtschaftsentwicklung ländlicher Räume umzuschichten: „Das ist eine deutliche Abschwächung gegenüber dem, was bisher geplant war. Ich bin der Kommissarin dankbar dafür.“ Die Pläne sollen bis Ende des Jahres unter französischer EU-Ratspräsidentschaft von den 27 Mitgliedstaaten beschlossen werden.

Seite 1:

EU will Einkommen deutscher Großbauern stutzen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%