Subventionspolitik auf dem Prüfstand – China und Indien trotzen Ölkosten
Asien spürt die Folgen der hohen Energiepreise

Trotz der drastisch gestiegenen Ölpreise legt das Wirtschaftswachstum in Asien noch zu. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) erhöhte gestern ihre Prognose für die Region (außer Japan) für das laufende Jahr 2005 um 0,1 Punkte auf 6,6 Prozent. Wesentlicher Grund ist die rasante Entwicklung von Chinas boomender Wirtschaft.

HB DÜSSELDORF. Allerdings warnt der Chefökonom der ADB, Ifzal Ali, vor heraufziehenden Risiken durch die Energiekosten. Er rechnet ebenso wenig wie der Internationale Währungsfonds (IWF) damit, dass die Ölpreise wieder auf das Niveau von 2004 sinken werden. „Wer darauf nicht reagiert, setzt sich hohen Gefahren aus“, sagte Ali in Manila. Der geschäftsführende Direktor des IWF, Rodrigo Rato, geht davon aus, dass asiatische Regierungen nun Treibstoff-Subventionen abbauen werden.

Neben den Energiepreisen belasten vor allem die von der US-Wirtschaft ausgehenden Unsicherheiten. „Die USA müssen ihr Haushaltsdefizit in Ordnung bringen“, forderte Ali. Die Euro-Zone und Japan mahnte er, das Wachstum stärker anzukurbeln.

Einige Regierungen in Asien stellen angesichts der hohen Ölpreise ihre Energiepolitik bereits auf den Prüfstand. Indien, dem von der ADB ein konstant hohes Wachstum von 6,9 Prozent attestiert wird, hat angekündigt, Subventionen zu kürzen. Die staatlichen Ölgesellschaften erhielten die Genehmigung, Benzin- und Gaspreise um sieben Prozent anzuheben. Thailand, das die hohen Energiekosten besonders deutlich zu spüren bekommt – und daher von 5,6 Prozent Wachstum auf vier Prozent zurückgestuft wurde –, will ein umfassendes Programm zu Energieeinsparung auflegen. Die Zentralbank hat als Reaktion auf die durch die Ölimporte auf 5,6 Prozent angefachte Inflation bereits die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 3,25 Prozent erhöht.

Den gleichen Schritt hat auch Indonesien vollzogen. Hier liegen die Zinsen nun bei zehn Prozent. Entgegen dem Trend in Südostasien kann Indonesien aber mit einem stärkeren Wachstum (5,7 Prozent) rechnen, hauptsächlich weil sich die Investitionsbedingungen verbessert haben. Auch Jakarta hat die Benzinpreise um 20 Prozent angehoben. In dem bevölkerungsreichsten Staat Südostasiens werden die Energiekosten ebenso subventioniert wie in den meisten anderen Ländern der Region. Die Folge ist eine zunehmende Ineffizienz in der Wirtschaft.

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