Suche nach Geiselnehmern intensiviert
Russland riegelt Grenzen von Nordossetien ab

Der russische Präsident Putin ist zu einem Kurzbesuch in Beslan eingetroffen. Laut Agenturberichten starben bei dem Geiseldrama in der Stadt Beslan im Kaukasus etwa 250 Menschen.

HB BERLIN. Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Schließung der Grenzen Nordossetiens angeordnet. Damit solle die Suche nach den Tätern und Beteiligten der Geiselnahme in der Schule der Stadt Beslan erleichtert werden, erklärte er am Samstagmorgen bei einer Sitzung mit dem Einsatzstab. Die Sicherheitskräfte sollten gezielt nach Terroristen fahnden, so Putin.

Putin war zuvor in Beslan eingetroffen, wo er zunächst einige der Verletzten im Krankenhaus besuchte. «Ganz Russland leidet mit euch», sagte der Präsident. Er fügte hinzu, dass «dieser Terrorakt» einen besonderen Platz unter den grausamsten Anschlägen in der Vergangenheit einnehme, weil er gegen Kinder gerichtet war.

Mittlerweile stieg die Zahl der bei dem Geiseldrama ums Leben gekommenen Menschen laut Agenturberichten an. Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete demnach am Samstag unter Berufung auf Mitarbeiter der örtlichen Gesundheitsbehörden von 250 Toten. Rund 100 seien bislang identifiziert, hieß es weiter. Mehr als 700 Menschen wurden demnach verletzt.

Russische Medien berichteten, drei oder vier der Geiselnehmer seien nach der Stürmung der Schule am Freitag entkommen. 27 Extremisten wurden laut Interfax getötet. Acht der Geiselnehmer kamen dem Bericht zufolge auf dem Gelände der Schule ums Leben, weitere 19 seien in der Umgebung getötet worden. Drei Terroristen wurden laut einem Bericht des Fernsehsenders Kanal Eins festgenommen, als sie versuchten, in Zivilkleidung zu entkommen. Radio Echo Moskau meldete, eine mutmaßliche Geiselnehmerin sei vor einem Krankenhaus festgenommen worden.

Extremisten hatten die Schule in Beslan am Mittwoch besetzt und hunderte Kinder, Lehrer und Eltern am ersten Schultag nach den Sommerferien als Geiseln genommen. Nach Angaben Putins hätten die Geiselnehmer beabsichtigt, die Lage in Nordossetien zu destabilisieren. Er warnte vor einer Verschärfung der ethnischen Spannungen im Nordkaukasus. Damit hätten die Extremisten ihr Ziel erreicht, erklärte der Präsident. Einer solchen «Provokation» dürfe nicht nachgegeben werden, weil dadurch der Terrorismus unterstützt würde, so Putin.

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