Suche nach Ölminister erneut gescheitert
Regierung des Irak vereidigt, aber nicht komplett

Gut drei Monate nach den ersten freien Wahlen im Irak ist in Bagdad die neue Regierung von Ministerpräsident Ibrahim al-Dschaafari vereidigt worden. Wichtige Kabinettsposten bleiben jedoch weiter unbesetzt. Die Ernennung des Ölministers scheiterte erst kurz vor der Zeremonie.

HB BAGDAD. Zu den noch vakanten Posten gehört neben dem Ressort Öl auch die Verteidigung. Bei einer Zeremonie in der streng gesicherten „grünen Zone“ in der Hauptstadt Bagdad wurden insgesamt 27 Minister und zwei stellvertretende Ministerpräsidenten vereidigt.

Die Mehrzahl der Kabinettsposten wird von Mitgliedern der schiitischen Bevölkerungsmehrheit besetzt, acht Ministerien gingen an die Kurden. Wegen des andauernden Zwists über die Beteiligung der Sunniten, die wegen eines Wahlboykotts nur 17 der 275 Sitze im Parlament errangen, konnten die Chefs von fünf Ministerien sowie zwei weitere stellvertretende Ministerpräsidenten bisher nicht ernannt werden.

Hoffnungen auf die Ernennungen eines neuen Ölministers hatten sich erst kurz vor der Vereidigung des Kabinetts zerschlagen. Entgegen der Erwartungen hatte sich die irakische Führung nicht auf einen Kandidaten verständigt.

Noch Stunden zuvor hatte ein hochrangiger Berater der Dawa-Partei von Ministerpräsident al-Dschaafari Hoffnungen genährt, der Kabinettsposten könnte bis zur Vereidigung der Regierung mit dem in den USA ausgebildeten Ingenieur Ibrahim Bahr al-Ulum besetzt werden. Bahr al-Ulum, Sohn eines führenden schiitischen moslemischen Geistlichen, war bereits 2003 nach dem Einmarsch US-geführten Truppen in den Irak neun Monate lang Öl-Minister im Land.

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