Suche nach Tunnel geht weiter
Israelis ziehen sich teilweise zurück

Die sraelische Armee hat sich nach massiver internationaler Kritik am Freitag aus Teilen des palästinensischen Flüchtlingslagers von Rafahim Gazastreifen zurückgezogen.

HB GAZA/JERUSALEM. Dutzende Militärfahrzeuge verließen nach Angaben von Palästinensern die Wohnviertel Tel Sultan und Brasil. Die Armee betonte jedoch, es handele sich lediglich um eine „Umgruppierung“ der Truppen. „Die Operation ist sicherlich nicht abgeschlossen“, sagte Militärsprecherin Sharon Feingold. Unterdessen entbrannte ein Streit um das Ausmaß der Zerstörungen in Rafah.

Der israelische Minister Gideon Esra erläuterte im israelischen Rundfunk, die Armee werde nun die bei Verhören von Palästinensern gewonnenen Informationen nutzen, um Waffenschmuggler-Tunnel unter der Grenze zu Ägypten zu zerstören. Der israelische Generalstaatsanwalt Menachem Masus warnte nach einem Bericht der Zeitung „Haaretz“ die Militärführung davor, die Pufferzone an der Grenze durch die Zerstörung weiterer palästinensischer Häuser auszuweiten. Es müsse ein Alternativplan entwickelt werden, der auch bei einer Anfechtung vor dem Obersten Gericht Israels Bestand hätte.

Israel hat auch der US-Regierung zugesagt, dass es keine weiteren palästinensischen Häuser im Gazastreifen mehr zerstören wird. Entsprechend habe sich der stellvertretende Ministerpräsident Ehud Olmert gegenüber Außenminister Colin Powell in Washington geäußert, teilte ein Beamter des US-Außenamts am Donnerstag mit. In einer völkerrechtlich bindenden Resolution hatte der UN- Sicherheitsrat am Mittwochabend von Israel verlangt, die Demolierung palästinensischen Wohnraums sofort einzustellen. Der von arabischen Staaten eingebrachte Entwurf wurde mit 14 von 15 möglichen Stimmen angenommen. Die USA, die Israel-kritische Beschlüsse bisher meist mit ihrem Veto verhindert hatten, enthielten sich der Stimme und ließen die Resolution damit passieren.

Marwan des Mordes schuldig gesprochen

Mehr als zwei Jahre nach seiner Festnahme sprach ein israelisches Gericht den palästinensischen Intifada-Führer Marwan Barguti wegen Mordes in fünf Fällen schuldig. Der 44-jährige Chef der Fatah-Bewegung Jassir Arafats im Westjordanland wurde am Donnerstag auch eines weiteren Mordversuchs sowie der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation für schuldig befunden. Das Strafmaß sollte zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

Hunderte Bewohner des Flüchtlingslagers von Rafah verließen am Freitag zum ersten Mal nach dreitägigen Kämpfen ihre Häuser, um die Schäden zu begutachten. In Tel Sultan seien sie von israelischen Soldaten beschossen worden, die noch mit sieben Fahrzeugen am Rande des Viertels standen. Es sei aber niemand verletzt worden.

Seit Beginn der „Operation Regenbogen“ am Dienstag wurden mehr als 40 Palästinenser getötet. Unter den Toten seien zwölf bewaffnete Kämpfer gewesen, die Übrigen seien Zivilisten, in der Mehrzahl Kinder, sagten palästinensische Bewohner von Rafah. 43 Häuser seien im Flüchtlingslager zerstört worden. Militärsprecherin Feingold sagte dagegen, die Armee habe neun Häuser zerstört, die palästinensische Kämpfer als Deckung benutzt oder dort Sprengsätze angebracht hätten.

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