Sudan
Darfur-Verhandlungen gehen weiter

Das Ringen um eine Befriedung der sudanesische Krisenregion Darfur ist weiterhin im Gange. Nachdem zwei Rebellenfraktionen ihre Unterschrift unter ein Friedensabkommen mit der Regierung in Khartum verweigert hatten, verlängerte die Afrikanische Union (AU) in der Nacht zum Montag eine von ihr gesetze Frist um 48 Stunden.

HB ABUJA. Gleichzeitig machte Chefunterhändler Salim Ahmed Salim in der nigerianischen Hauptstadt Abuja Vorschläge für einen Kompromiss.

Die Sudanesische Befreiungsarmee (SLA) sowie die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) hatten bemängelt, der Entwurf für die Friedensvereinbarung gehe nicht auf ihre Forderungen nach Teilhabe an der Regierungsgewalt und an den Erlösen aus den sudanesischen Erdölexporten ein und vernachlässige Sicherheitsfragen wie die Entwaffnung der Dschandschawid-Reitermilizen.

In Washington demonstrierten am Sonntag (Ortszeit) zehntausende Menschen verschiedener gesellschaftlicher und religiöser Gruppen für eine Ende der Gewalt in Darfur. Die internationale Gemeinschaft müsse mehr tun, um das Blutvergießen zu stoppen, lautete die Kernforderung der Menge, darunter Prominente wie Oscar-Preisträger George Clooney, der die Region vor kurzem bereist hatte.

AU-Chefunterhändler Salim schlug in Abuja vor, die Rebellen sollten einen Berater des sudanesischen Präsidenten mit weit reichenden Kompetenzen sowie zwei statt wie bisher einen Minister stellen. Dagegen lehnte er die Forderung nach einem Vizepräsidenten ab. Salim betonte, er sehe er zunehmend Übereinstimmung darüber, dass der Reichtum des Landes gerecht aufgeteilt werden müsse.

Der AU-Sondergesandte warnte, dass ein Nicht-Unterzeichnen des Abkommens für die Menschen in Darfur „drastische und negative“ Folgen haben könnte. Die AU-Vertreter hatten zunächst den Druck auf die Rebellen erhöht, indem sie erklärten, die laufende Gesprächsrunde nicht über Sonntag hinaus fortführen zu wollen.

Seit November vergangenen Jahres versucht die Afrikanische Union bei den Verhandlungen in Nigeria, ein Friedensabkommen und damit ein Ende des Blutvergießens in Darfur zu erreichen. Dort liefern sich der Regierung in Khartum nahe stehende arabische Reitermilizen (Dschandschawid) seit Jahren schwere Kämpfe mit afrikanischen Rebellengruppen. Der Konflikt hat seit Anfang 2003 knapp zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Nach Schätzungen der UN kamen in dem Bürgerkrieg etwa 180 000 Menschen ums Leben.

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