Sudanesische Regierung veranlasste Massentötungen
UN wirft Sudan Gräueltaten vor

Die Vereinten Nationen haben schwere Vorwürfe gegen die sudanesische Regierung erhoben. Laut einem Untersuchungsbericht hat die Regierung Massentötungen veranlasst.

HB BERLIN.

Für die Gräueltaten in den sudanesischen Regionen Darfur und Oberer Nil ist laut einem Bericht der Vereinten Nationen die Regierung des Landes verantwortlich. Die Regierung trage die Verantwortung für außergerichtliche Exekutionen und Massentötungen in den vergangenen Monaten, erklärte die für den Bereich Hinrichtungen zuständige UN-Ermittlerin Asma Jahangir in einem am Freitag veröffentlichten Bericht

.

Die Massakern wurden demnach an der nichtarabischen Bevölkerung in Darfur verübt. Dafür gebe es «überwältigende Hinweise», sagte Jahangir. Nach ihrer Kenntnis wurden koordinierte Aktionen der Regierungstruppen und der arabischen Milizen durchgeführt. Dahinter scheine eine Systematik zu stecken. Die Regierung protegiere die Milizen, damit diese gegen die Rebellen in der Region kämpften und «Zivilisten terrorisieren und töten, die der Unterstützung der Rebellen verdächtigt werden».

Jahangir äußerte ihre Sorge darüber, dass die Regierung in Khartum angesichts der bedrohlichen Krise in Darfur nur zögerlich reagiere. Dies könnte auf Missachtung des Rechts auf Leben für die Menschen in Darfur hindeuten oder «auf Komplizenschaft in den Vorkommnissen», fügte sie hinzu.

Unterdessen billigte die sudanesische Regierung einen Uno-Aktionsplan zur Entwaffnung der arabischen Miliz in der Unruheprovinz Darfur. Khartum habe dem Abkommen zugestimmt, auf das sich der Uno-Sondergesandte für den Sudan, Jan Pronk, und der sudanesische Außenminister Mustafa Ismail geeinigt hatten, teilte ein Uno-Sprecher mit. Die Vereinbarung solle am Montag unterzeichnet werden.

Der Weltsicherheitsrat hatte dem Sudan in einer Resolution am vergangenen Freitag eine 30-tägige Frist zur Entwaffnung der Reitermilizen in Darfur gesetzt, denen Mord und die Vertreibung von nichtarabischen Einwohnern vorgeworfen werden.

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