_

Sudetendeutsche: Erika Steinbach findet Vaclav Klaus uneinsichtig

Abermals forderten die Sudetendeutschen eine Entschuldigung für ihre Vertreibung aus Tschechien. Der dortige Präsident nannte sie daraufhin unbelehrbar. Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen dreht den Spieß um.

Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen. Quelle: dpa
Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen. Quelle: dpa

BerlinDie Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, hat die Vorwürfe des tschechischen Präsidenten Václav Klaus an die Sudetendeutschen zurückgewiesen. „Nicht die Sudetendeutschen sind unbelehrbar, sondern der tschechische Präsident ist es selbst“, sagte Steinbach der Nachrichtenagentur dapd am Sonntag in Berlin.

Anzeige

Anders als zahlreiche renommierte Intellektuelle seines Landes verweigere er sich der Erkenntnis, dass die Vertreibung von drei Millionen Tschechoslowaken deutscher Volkszugehörigkeit schwerstes Unrecht gewesen sei.

Klaus hatte am Samstag empört auf die neuerliche Forderung der Sudetendeutschen nach Worten des Bedauerns für die Vertreibung reagiert. Ausgerechnet kurz nach dem Jahrestag der „grauenhaften Tragödie“ von Lidice eine Entschuldigung zu verlangen, sei Ausdruck von außerordentlicher Gefühllosigkeit und Unbelehrbarkeit.

Das Dorf Lidice war von den Nationalsozialisten im Juni 1942 dem Erdboden gleichgemacht worden. 340 Menschen fielen diesem NS-Massaker zum Opfer.

Nach den Worten Steinbachs war die nationalsozialistische Gewaltherrschaft schweres Unrecht und ist nicht zu entschuldigen, könne aber nur dann als Begründung für die Vertreibung herhalten, wenn man in Kategorien wie Kollektivschuld oder Blutrache denke.

„Mit seinen kaltherzigen, völlig uneinsichtigen Aussagen hinkt er weit hinter den beständigen Kontakten zwischen Tschechen und Sudetendeutschen hinterher“, fügte die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hinzu.

  • 13.06.2011, 01:04 UhrAnonymer Benutzer: Gebi

    Der tschechische Präsident gehört derselben Partei an wie früher schon Benesch. Dies ist eine nationalsozialistische (faschistische) Partei, obwohl man in einschlägigen Nachschlagewerken im Internet verschämt nachschiebt, dass diese nationalsozialistsiche Partei nichts mit der NSDAP gemeinsam gehabt hätte. Und dennoch: NS bleibt NS, nur mit dem Unterschied, dass er in Dtl. verboten ist, im Nachbarland hingegen von bestimmten Kreisen offiziell gefeiert wird.

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International