Süd- und Nordkorea Kim Jong-Un will Gespräche mit Seoul wieder aufnehmen

Im Sommer hatten Süd- und Nordkorea bei Krisengesprächen eine Eskalation der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abgewendet. Jetzt wollen die beiden Länder ihren Dialog fortsetzen.
Nordkorea hatte vor einiger Zeit gedroht, auf die Wiederaufnahme der anti-nordkoreanischen Lautsprecherdurchsagen mit Schüssen zu reagieren. Quelle: Reuters
Kim Jong-Un

Nordkorea hatte vor einiger Zeit gedroht, auf die Wiederaufnahme der anti-nordkoreanischen Lautsprecherdurchsagen mit Schüssen zu reagieren.

(Foto: Reuters)

SeoulDrei Monate nach der Einigung auf Entspannungsschritte wollen Süd- und Nordkorea neue Gespräche aufnehmen. Das kommunistische Regime in Nordkorea ging am Freitag auf Vorschläge des Südens ein, vorbereitende Verhandlungen für Gespräche der Regierungen beider Länder zu führen.

Das Komitee für die Friedliche Wiedervereinigung Koreas habe dem südkoreanischen Vereinigungsministerium vorgeschlagen, am Donnerstag nächster Woche im Grenzort Panmunjom Arbeitsgespräche abzuhalten, berichteten staatliche nordkoreanische Medien. Das Ministerium akzeptierte später den Vorschlag.

Grausamer Gipfelstürmer
Der höchste Berg Nordkoreas
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Nach Berichten von Staatsmedien hat der kommunistische Diktator Nordkoreas, Kim Jong-Un, am Wochenende den höchsten Berg Nordkoreas erklommen. Der Paektusan ist ein rund 2750 Meter hoher aktiver Vulkan. Er liegt an der Grenze zu China in der Mandschurei. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1903, seitdem gilt der Vulkan als ruhend.

„Kräftiger als alle Atomwaffen“
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Der nordkoreanische Diktator ließ sich dabei von Kampfpiloten der Volksarmee begleiten. „Den Paektu zu besteigen, liefert kostbare Geistesnahrung, die kräftiger ist als alle Atomwaffen“, wird Kim Jong-Un von den nordkoreanischen Staatsmedien zitiert. Seit 2012 bezeichnet sich das Land selbst als „Atommacht“. Insgesamt drei Atomwaffentests soll Nordkorea seit 2006 durchgeführt haben. Gleichzeitig gilt die Bevölkerung als dramatisch unterernährt.

Heiliger Berg
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Der Paektusan hat in Nordkorea eine mythologische Bedeutung. Von hier aus soll Staatsgründer Kim Il-Sung den militärischen Unabhängigkeitskampf gegen Japan organisiert haben. In der nordkoreanischen Propaganda wird der Berg darum als „heiliger Berg“ stilisiert – im Ausland ist der Gründungsmythos jedoch umstritten.. Auf seinem Weg auf den Gipfel des Paektusan besuchte Diktator Kim auch historische Schlachtfelder.

Verrückter Personenkult
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Um die Familie Kim herrscht in Nordkorea ein fast religiöser Personenkult. Kim Jong-Uns Vater Kim Jong-Il wurden nahezu übermenschliche Kräfte nachgesagt. So soll er Kampfflugzeuge gesteuert und Opern komponiert haben. Bei seiner ersten Partie Golf sollen ihm gleich fünf Hole-In-Ones hintereinander gelungen sein, so die Legende – das ist bisher noch niemandem gelungen.

Auf den Spuren des Vaters
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Nach nordkoreanischer „Sage“ war die Reise auf den Gipfel des Paektusan auch so etwas wie Ahnenforschung: Glaubt man der Staatspropaganda, wurde Kims Vater Kim Jong-Il am Fuße des Bergs geboren, wo sich nach seiner Geburt angeblich unmittelbar ein Stern sowie ein doppelter Regenbogen am Himmel bildeten.

Eigentlich aus Sibirien
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Westliche Quellen gehen allerdings davon aus, dass die Geschichte weit weniger spektakulär ablief. Demzufolge sei Kim Jong-Il in einem sowjetischen Ausbildungslager in Sibirien geboren worden, von wo aus sein Vater Kim Il-Sung den Kampf um die Unabhängigkeit Koreas vom Japanischen Kaiserreich während des Zweiten Weltkriegs führte.

Der jüngste Staatschef der Welt
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Auch Kim Jong-Un werden immer wieder bedeutende sportliche Erfolge nachgesagt – allerdings nur in Nordkorea. Im Rest der Welt wird der Diktator häufig verspottet. Ende 2014 wurde die Terrorherrschaft des Despoten in der Hollywood-Komödie „The Interview“ parodiert. Außerdem wählte das amerikanische Satiremagazin „The Onion“ Kim Jong-Un zum „Sexiest Man Alive“ – woraufhin chinesische Medien dem Diktator gratulierten. Kim Jong-Un ist mit vermutlich 32 Jahren der jüngste Staatschef der Welt.

Bei den Arbeitskontakten sollen nach südkoreanischen Angaben Zeitpunkt und Ort sowie die Agenda der nächsten Regierungsgespräche festgelegt werden. Nach neuen Spannungen hatten Spitzenvertreter beider Länder bei Gesprächen im August in Panmunjom die Fortsetzung des Dialogs vereinbart.

Südkoreas Militär hatte davor als Vergeltung für die Verletzung eigener Soldaten durch mutmaßlich nordkoreanische Landminen seine Beschallungsaktion über die Grenze mit Propaganda wieder aufgenommen. Die Lautsprecherbeschallung wurde wieder abgestellt, nachdem Nordkorea sein Bedauern über den Minenzwischenfall geäußert hatte. Südkorea hatte den Streitkräften Nordkoreas vorgeworfen, die Minen an der stark befestigten Grenze zwischen beiden Ländern vorher vergraben zu haben.

Als Teil des Abkommens fanden außerdem im Oktober neue Treffen zwischen auseinandergerissenen Familien aus Süd- und Nordkorea statt.

  • dpa
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