Südafghanistan
Nato erklärt Offensive gegen Taliban für beendet

Die Nato hat ihre zweiwöchige Offensive gegen die radikalislamischen Taliban im Süden Afghanistans am Sonntag für beendet erklärt. Bei der Offensive in drei Bezirken der Provinz Kandahar seien mehr als 500 Taliban-Kämpfer getötet worden.

HB KABUL. Der Kampf gegen die Aufständischen sei ein „deutlicher Erfolg“ gewesen, sagte Generalleutnant David Richard, der Kommandeur der 20 000 Nato-Soldaten in Afghanistan, am Sonntag in Kabul. Die Aufständischen hätten ihre Stellungen aufgeben müssen. Der Wiederaufbau und die Entwicklung könnten nun vorangebracht werden.

Die Anschläge in Afghanistan gingen aber unvermindert weiter. Am Stadtrand von Kabul sprengte sich am Sonntag ein Selbstmordattentäter in der Nähe eines US-Konvois in die Luft. Drei US-Soldaten wurden verwundet, ein afghanischer Zivilist getötet. Zuvor war im Süden Afghanistans ein Attentäter mit seinem mit Sprengstoff beladenen Auto in eine kanadische Militärkolonne gerast und hatte einen Passanten mit in den Tod gerissen. Acht Personen wurden verletzt, darunter drei Soldaten.

Einen weiteren Anschlag gab es am Samstag in der östlichen Provinz Chost. Der Selbstmordattentäter sprengte sich an einem Polizeikontrollpunkt in die Luft. Im Süden des Landes griffen zudem rund 60 mutmaßliche Taliban-Kämpfer einen Polizeiposten an. Bei dem Gefecht wurden nach afghanischen Angaben vier Taliban getötet.

Zwei weitere Offensive laufen noch in Afghanistan. Seit Mitte August sind die US-Truppen schon in der Provinz Kuna aktiv. Die Koalitionsstreitkräfte begannen zudem in fünf Provinzen im Osten mit einer neuen Offensive. Ziel der Operation „Mountain Fury“ sei es nicht nur, die Taliban zu besiegen, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinden in diesen Provinzen zu fördern, hieß es am Samstag in einer Erklärung. 7 000 Soldaten seien an der Offensive in der Mitte und im Osten in Paktika, Chost, Ghansi, Paktia und Logar beteiligt. Die Offensive „Mountain Fury“ sei schon seit einiger Zeit vorbereitet worden, hieß es. Am Samstagmorgen habe sie begonnen. Die Sicherheit der Menschen in der Region solle dabei verbessert und die extremistischen Taliban sollten von der Bevölkerung getrennt werden.

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