Südafrika

Familie Zuma oder Neuanfang?

Die Nachfolger Nelson Mandelas kämpfen in Südafrika um die Macht. Stark unterschiedliche Kandidaten wollen die größte Wirtschaft Afrikas führen. Eine Favoritin ist die Ex-Frau von Präsident Zuma.
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Die studierte Medizinerin und Ex-Frau des amtierenden Präsidenten Jacob Zuma könnte 2019 nächste Staatspräsidentin Südafrikas werden. Quelle: Reuters
Nkosazana Dlamini-Zuma

Die studierte Medizinerin und Ex-Frau des amtierenden Präsidenten Jacob Zuma könnte 2019 nächste Staatspräsidentin Südafrikas werden.

(Foto: Reuters)

JohannesburgSüdafrika steht vor einer der wichtigsten politischen Entscheidungen seit der Überwindung des rassistischen Apartheid-Regimes vor gut 20 Jahren. Die Regierungspartei ANC wählt am Wochenende ihren neuen Vorsitzenden, der dann auch der Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2019 sein wird. Die Delegierten müssen sich nach den von Korruptionsvorwürfen überschatteten Jahren unter Präsident Jacob Zuma entscheiden zwischen Vetternwirtschaft oder Neuanfang – so spitzen es manche politische Kommentatoren zu.

Es gibt zwei klare Favoriten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite steht die leutselige Ex-Frau des gegenwärtigen Staatschefs Jacob Zuma, die frühere Chefin der Kommission der Afrikanischen Union, Nkosazana Dlamini-Zuma. Auf der anderen Seite der eher distanzierte und als wirtschaftsfreundlich geltende Vizepräsident Cyril Ramaphosa. Dlamini-Zuma wird von ihrem Ex-Mann unterstützt und kann sich auf dessen Machtbasis in der südlichen Provinz KwaZulu-Natal verlassen, Ramaphosa hingegen hat Gewerkschaften und liberalere Parteimitglieder hinter sich.

„Es könnte bei der Wahl der ANC-Führung nicht mehr auf dem Spiel stehen“, erklärt Afrika-Analyst Ben Payton von der Risikoberatung Verisk Maplecroft. Der Parteitag soll von Samstag bis Dienstag dauern, die Wahl der Führung steht voraussichtlich am Sonntag auf dem Plan. Die Zusammenkunft der Delegierten ist jedoch mehr als nur ein Parteitag: Trotz Siegen der Opposition bei Kommunalwahlen im vergangenen Jahr, ist dem ANC eine Mehrheit bei der Präsidentschaftswahl sicher. Die Entscheidung, in welche Richtung sich das Land bewegen wird, fällt also den Delegierten zu. Nach vorbereitenden Abstimmungen in den Provinzen galt Ramaphosa mit knappem Vorsprung als Favorit für den Parteivorsitz.

Südafrika ist der am meisten entwickelte Staat des Kontinents, doch die krasse Kluft zwischen Arm und Reich, eine Arbeitslosenquote von 28 Prozent und anhaltende Korruptionsenthüllungen sorgen für großen Unmut im Land. „Der ANC ist zum Gesicht der Korruption verkommen“, erklärt der politische Analyst Aubrey Matshiqi. Die Menschen sehnten sich nun nach Veränderung. Der ANC sei immer noch die Partei der Befreier, einst stolz geführt vom Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela, doch heute habe „der ANC seine moralische Autorität komplett verloren“, so Matshiqi.

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