Südafrika
Goldminenstreik verursacht Millionenverluste

Bergarbeiter in Südafrika leben in Armut, während die Manager der Goldminen in Saus und Braus leben, meinen die Gewerkschaften. Deshalb streiken die Kumpel erneut. Die Rohstoffkonzerne rechnen mit hohen Verlusten.
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Carletonville/JohannesburgIn Südafrikas Goldminen sind am Dienstag nach dem Abbruch der Verhandlungen über Lohnerhöhungen tausende Arbeiter in den Streik getreten. Der örtliche NUM-Generalsekretär Mbuyiseli Hibana schätzte, dass sich in den Goldminen um Carletonville rund 14.000 Bergleute an dem Streik beteiligten. Die mächtige Bergarbeitergewerkschaft NUM (National Union of Mineworkers) hatte zu dem Ausstand aufgerufen, nachdem ihre Mitglieder die angebotene Lohnerhöhung von 6,5 Prozent abgelehnt hatten.

Präsident Jacob Zuma hatte zuvor eindringlich eine Verhandlungslösung angemahnt, damit Afrikas größter Volkswirtschaft keinen Schaden nimmt. Mit dem Ausstand in den Goldminen setzt sich eine Streikwelle fort, die zuvor schon die Bau- und Autoindustrie des aufstrebenden Schwellenlandes erfasst hatte.

Der Streik habe am Dienstag begonnen, sagte eine Sprecherin der Gruben-Betreiber. Wie viele Kumpel nicht unter Tage gefahren seien und welche Bergwerke genau bestreikt würden, könne sie aber noch nicht sagen. Voraussichtlich dürften alle großen Goldproduzenten wie AngloGold Ashanti, Gold Fields , Harmony Gold und Sibanye von dem Arbeitskampf betroffen sein.

Bei mehreren Minen in der Region südlich von Johannesburg wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Die Sprecherin der Goldindustrie sagte, die Produktion des Sektors würde durch den Streik um täglich 761 Kilogramm Gold zurückgehen. Dies entspreche einem Verlust von 34 Millionen Dollar (25,8 Millionen Euro). Bei sechs der sieben betroffenen Betreiberfirmen fiel die Nachtschicht infolge des Streiks aus. Nur sechs der 23 Minen in dem Sektor meldeten am Abend einen normalen Betrieb.

Die Gewerkschaft NUM vertritt eigenen Angaben nach rund 80.000 der etwas mehr als 140.000 Bergleute in den Goldminen. Die Arbeiter fordern Lohnerhöhungen von 60 bis 100 Prozent. Sie kritisieren, dass die Manager hohe Gehälter kassieren, während die Kumpel in Armut leben. Der NUM-Sprecher Lesiba Seshoka sagte am Dienstag, das geforderte Gehalt sie nicht hoch, sondern normal und vernünftig. Er kündigte an, den Streik notfalls bis Weihnachten fortzusetzen.

Im vergangenen Jahr waren Bergarbeiterstreiks in Südafrika eskaliert. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Streikenden und Streikbrechern, gewalttätigen Demonstrationen und Zusammenstößen mit der Polizei mit Verletzten und Toten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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