Südafrika
Mbeki kündigt Rücktritt an

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki ist den Forderungen seiner eigenen Partei nach einem Rücktritt nachgekommen. Er wolle sein Amt bald zur Verfügung stellen, erklärte er am Samstag. Dies könnte Südafrika in eine schwere politische Krise stürzen.

HB JOHANNESBURG. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki hat seinen baldigen Rücktritt angekündigt. Zuvor ist er von seiner eigenen Partei, dem Afrikanischen Nationalkongress (ANC), zum Rücktritt aufgefordert worden. Mbekis Büro teilte am Samstag mit, der Präsident werde seinen Posten verlassen, sobald alle in der Verfassung festgeschriebenen Voraussetzungen dafür erfüllt seien. Damit kam der Staatschef Forderungen aus seiner eigenen Partei nach, die ihm zuvor einen Amtsverzicht nahegelegt hatte. „Nach einer langen und schwierigen Diskussion hat sich der ANC entschieden, den Präsidenten vor Ablauf seiner Amtszeit zurückzurufen“, sagte der ANC-Generalsekretär der Partei, Gwede Mantashe.

Mantashe erklärte, Mbeki werde solange im Amt bleiben, bis ein Übergangspräsident ernannt sei. Es wurde nicht erwartet, dass Mbekis langjähriger Rivale Jacob Zuma das Amt übernimmt. Dem Vernehmen nach soll das Parlament in den nächsten Tagen zusammentreten, um die Einzelheiten des Wechsels an der Staats- und Regierungsspitze formell einzuleiten. Beobachter äußerten die Vermutung, dass mehrere Minister in diesem Fall mit Mbeki zurücktreten könnten. Dies könnte eine schwere politische Krise in Südafrika zur Folge haben.

Mbeki hat damit seinen innerparteilichen Machtkampf gegen Zuma endgültig verloren. An diesen musste er bereits den ANC-Vorsitz abtreten. In der vergangenen Woche hatte ein Gericht in Johannesburg eine Korruptionsklage gegen Zuma abgewiesen. Mbeki wurde vorgeworfen, das Verfahren gegen seinen beliebten Rivalen forciert zu haben. Dadurch geriet der Präsident innerhalb des ANC weiter unter Druck.

Mbeki wurde 1999 Nachfolger von Präsident Nelson Mandela. Er übernahm zahlreiche Vermittlungsmissionen in Afrika, zum Beispiel im Sudan, in der Elfenbeinküste, im Kongo und zuletzt in Simbabwe. Seine Kritiker werfen ihm vor, die ausufernde Verbrechensrate in Südafrika und die Aids-Epidemie nicht entschlossen genug zu bekämpfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%