Südamerika-Krise
Uribe und Chávez – ungleiche Streithähne

Im südamerikanische Konflikt über einen kolumbianischen Feuerüberfall auf ein Rebellenlager in Ecuador stehen sich vor allem zwei grundsätzlich verschiedene Politiker gegenüber: der konservative kolumbianische Präsident Alvaro Uribe und der linkspopulistische venezolanische Staatschef Hugo Chávez. Die beiden Streithähne haben nichts miteinander gemein.

HB BUENOS AIRES. Der kolumbianische Militäreinsatz in Ecuador war nach Einschätzung politischer Beobachter nur der Funke, der diesen Konflikt zwischen zwei ideologischen Richtungen zum Ausbruch gebracht hat. Während Uribes Weltsicht weitgehend deckungsgleich ist mit der von US- Präsident George W. Bush, steht Chávez immer mit einem Bein im Lager der „Achse des Bösen“.

Für Chávez sind die Farc-Rebellen, die den kolumbianischen Staat schon seit mehr als 40 Jahren bekämpfen, so etwas wie moderne Robin Hoods, die für eine gerechtere Gesellschaftsordnung kämpfen. Für Uribe sind sie hingegen „feige Terroristen“, die die Entwicklung seines Landes behindern, und die der Staat niederkämpfen muss. Die Tötung des Farc-Vizes Raúl Reyes am Samstag in Ecuador sei nur Ausdruck des Rechts auf Selbstverteidigung Kolumbiens. Die anderen lateinamerikanischen Länder mühten sich unter anderem bei einer Krisensitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), einen Frontalzusammenstoß zu verhindern.

Auch der Stil der beiden Streithähne hat nichts miteinander gemein. Chávez hört sich selbst gern reden, oft auch stundenlang, und überzieht Uribe dabei mit Schmähungen, dass es unter normalen Verhältnissen Beleidigungsklagen hageln würde. Krimineller, Mafioso, Lügner oder Lakai der USA sind nur eine kleine Auswahl der verbalen Entgleisungen des venezolanischen Präsidenten. Die Argumente beider Seiten haben dabei bisweilen operettenhafte Zügen, wie ein Diplomat meinte.

Anders als der korpulente Chávez ist Uribe gertenschlank, wortkarg und strahlt eiserne Disziplin aus. Merkwürdig starr und mit unbewegter Miene wirft er Chávez und auch Ecuadors Präsidenten Rafael Correa gebetsmühlenhaft, aber in der Form äußerst korrekt vor, Beziehungen zur marxistischen Rebellengruppe „Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens“ (Farc) unterhalten zu haben.

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