Südamerika
Paraguays Ex-Diktator Stroessner stirbt im Exil

Der frühere paraguayische Diktator Alfredo Stroessner ist im Exil im Alter von 93 Jahren gestorben. Der Sohn eines fränkischen Eisenbahnangestellten hatte das südamerikanische Land 35 Jahre lang diktatorisch reagiert, bis er 1989 gestürzt und nach Brasilien vertrieben wurde.

HB BRASILIA. Stroessner erlag nach Angaben von Ärzten am Mittwoch in einer Klinik in der Hauptstadt Brasilia den Folgen einer Lungenentzündung. Stroessner sei zuletzt auf der Intensivstation künstlich beatmet worden und in körperlich sehr schwachen Zustand gewesen. Im vergangenen Monat war er einer Leistenbruchoperation unterzogen worden. Er sei mit 50 Kilogramm Körpergewicht ins Krankenhaus eingeliefert worden und habe zuletzt nur noch 45 Kilogramm gewogen, hieß es.

In Paraguay waren gegen Stroessner mehrere Prozesse wegen Menschenrechtsverletzungen anhängig. Er soll unter anderem mit anderen südamerikanischen Militärregimes in den 70er und 80er Jahren die „Operacion Condor“ organisiert haben, der hunderte Menschen zum Opfer fielen. Menschenrechtsgruppen machten Stroessner in Paraguay für mehr als 900 Morde und für Folterungen von Tausenden Regimegegnern verantwortlich. In Paraguay wurde erklärt, dass es kein Staatsbegräbnis für den Ex-Präsidenten geben werde. Nach seinem Sturz hatte das Land mit Stroessner gebrochen; so wurde die Stadt Ciudad Presidente Stroessner umbenannt in Ciudad del Este.

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