Südamerika
Perus Ex-Präsident zu 25 Jahren verurteilt

Alberto Fujimori hat 25 Menschen auf dem Gewissen. Diese waren bei zwei Massakern ums Leben gekommen, die Fujimori als Präsident von Peru angeordnet hatte. Dafür wurde er nun vor Gericht verurteilt - zu 25 Jahren Gefängnis.

HB LIMA. Perus ehemaliger Präsident Alberto Fujimori ist wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen während seiner Amtszeit zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die drei Richter sahen es am Dienstag in Lima als erwiesen an, dass der heute 70-Jährige in den 90er Jahren Todesschwadronen des Militärs den Befehl zu zwei Massakern gab. Damals kamen 25 Menschen ums Leben. Das Urteil dürfte weitreichende politische Konsequenzen für Peru haben. Auch dem amtierenden Präsidenten Alan Garcia werden Menschenrechtsverletzungen während seiner ersten Amtszeit in den 80er Jahren vorgeworfen. Mit der Verurteilung Fujimoris dürfte damit der Druck steigen, auch Garcia vor Gericht zu stellen. Es ist zudem das erste Mal, dass ein demokratisch gewählter Präsident in Lateinamerika in seinem eigenen Land wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt wurde.

Das Gericht habe keinen Zweifel an Fujimoris Schuld, sagte Richter Cesar San Martin. Menschenrechtsorganisationen begrüßten das Urteil. Mit der Entscheidung habe das Gericht der Welt gezeigt, dass auch ehemalige Staatschefs nicht erwarten könnten, mit schweren Verbrechen davonzukommen, sagte Maria McFarland von Human Rights Watch. Mitglieder von Fujimoris Partei forderten dagegen vor dem Gericht die Freilassung des ehemaligen Präsidenten.

Fujimoris Popularität war während seiner Amtszeit von 1990 bis 2000 rapide in die Höhe geschnellt. Er bezwang damals die brutale Guerillaorganisation Leuchtender Pfad und ordnete die gewaltsame Befreiung von Dutzenden Geiseln an, die von der Tupac-Amaru-Bewegung monatelang festgehalten wurden. Bei Sturm der Residenz des japanischen Botschafters in Lima kamen 14 Aufständische ums Leben. Bei den zwei Jahrzehnte dauernden Kämpfen starben fast 70 000 Menschen. Ein Korruptionsskandal um seinen Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos ließ Fujimoris Stern sinken. Er floh zunächst ins Exil nach Japan, das Geburtsland seiner Eltern. Später wurde er in Chile festgenommen und nach Peru ausgeliefert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%