Süden des Landes Libanesische Soldaten rücken vor

Die israelische Armee rückt aus dem Südlibanon ab. Die Lücke füllen libanesische Soldaten. Sie sollen die Hisbollah in Schach halten – gemeinsam mit Blauhelmen der Vereinten Nationen. Vielleicht sind darunter auch Bundeswehrsoldaten.
Mit Lastwagen werden die libanesischen Soldaten in den Süden des Landes gekarrt. Foto: dpa

Mit Lastwagen werden die libanesischen Soldaten in den Süden des Landes gekarrt. Foto: dpa

HB CHARDALI. Die ersten Truppentransporter überquerten in den frühen Morgenstunden auf der Chardali-Brücke den Litani-Fluss, der rund 20 Kilometer nördlich der israelischen Grenze verläuft. Die Armee hat den Auftrag, den Südlibanon völlig unter ihre Kontrolle zu bringen und dort keine bewaffnete Gruppe zu dulden. Im Gegenzug ziehen sich die israelischen Truppen schrittweise aus dem Südlibanon zurück. Der Süden gilt als Hochburg der Hisbollah, die im Juli zwei israelische Soldaten entführt hatte. Israel hatte daraufhin Krieg gegen das Nachbarland geführt, bevor am Montag eine Waffenruhe in Kraft trat. Das Kabinett in Beirut hatte am Mittwoch grünes Licht für den von einer UN-Resolution gedeckten Einsatz der eigenen Armee gegeben.

Neben den 15 000 Soldaten der libanesischen Armee sieht die UN-Resolution auch die Aufstockung der Blauhelm-Truppe Unifil von derzeit etwa 2 000 auf dann 15 000 UN-Soldaten vor. Der israelische Vizeregierungschef Schimon Peres rechnet damit, dass binnen zwei Wochen die libanesischen Soldaten in der Region Stellung bezogen haben werden und auch ein Großteil der UN-Truppe stationiert sein wird.

UN-Generalsekretär Kofi Annan entsendet im Laufe des Tages zwei hochrangige Unterhändler nach Israel und in den Libanon: Vijay Nambiar und Terje Roed-Larsen wollen sich im Gespräch mit Regierungsvertretern ein Bild von der Umsetzung des Friedensplans machen.

Für die erweiterte UN-Friedenstruppe haben nach Presseinformationen bereits vier EU-Staaten konkrete Angebote vorgelegt. Die Zeitung „Die Welt“ berichtet unter Berufung auf hochrangige Brüsseler Diplomatenkreise, entsprechende Offerten seien am Mittwoch besprochen worden. Demnach ist Frankreich bereit, zwischen 2 000 und 3 000 Soldaten für die UN-Friedenstruppe Unifil zur Verfügung zu stellen. Während einer Sitzung des Politischen Sicherheitskomitees haben zudem Italien 1 200, Spanien 1 000 und Finnland bis zu 150 Soldaten zugesagt, wie die Zeitung weiter meldet. Weitere sieben EU-Staaten sind demnach grundsätzlich bereit, Blauhelmsoldaten zu entsenden. Sie haben während der Sitzung jedoch keine konkreten Zahlen genannt.

Die deutsche Regierung hat noch keine Entscheidung dazu gefällt, ob sie Soldaten entsendet. Die Spitzen von Bundesregierung und Parlamentsfraktionen sprechen im Laufe des Tages über die geplante deutsche Beteiligung am Friedenseinsatz in Nahost. Die Spitzen der großen Koalition hatten bereits am Mittwoch eine Vorentscheidung für einen deutschen Beitrag zur Friedenssicherung in Nahost getroffen. Im Vordergrund der Überlegungen stehen humanitäre Hilfen, ein Engagement beim Wiederaufbau und eine Sicherung der Grenze zwischen dem Libanon und Syrien. In Kreisen der Koalition hieß es, dabei sei an einen Einsatz von Marine und Bundespolizei gedacht.

In New York beraten parallel die möglichen Teilnehmerstaaten der UN-Truppe für den Libanon über Auftrag und Befugnisse der Blauhelm-Mission.

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