Südeuropa

Viele junge Techniker wollen auswandern

Spanien, Portugal und Griechenland droht ein Aderlass: Immer mehr gut ausgebildete Fachkräfte wollen ihre Heimat verlassen und nach Nordeuropa ziehen. Besonders beliebt ist Deutschland.
30 Kommentare
Facharbeiter sehen derzeit in ihrer Heimat schlechte Chancen; viele wollen nach Nordeuropa. Quelle: dpa

Facharbeiter sehen derzeit in ihrer Heimat schlechte Chancen; viele wollen nach Nordeuropa.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainIn Griechenland erwägt mehr als jeder zweite Absolvent eines technischen Studiengangs, sein Land zu verlassen. Das geht aus der Absolventenbefragung des Berliner Trendence-Instituts hervor, über die die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstag) berichtet. In Spanien und Portugal hegen demnach jeweils mehr als 40 Prozent und in Italien 37 Prozent der Technik-Absolventen Auswanderungspläne.

Das Trendence-Institut hatte den Angaben zufolge mehr als 340 000 Absolventen ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge an rund 950 Hochschulen in Europa befragt. Die beliebtesten Auswanderungsziele unter den Jungakademikern sind Großbritannien, Deutschland und die Schweiz.

In den Krisenstaaten der EU grassieren laut Umfrage große Zukunftsängste: Mehr als 94 Prozent der griechischen Wirtschafts- und knapp 98 Prozent der Technikabsolventen gaben an, ihre berufliche Zukunft bereite ihnen Sorge. Unter jungen Spaniern sind es 86 Prozent. Der europäische Durchschnitt liegt bei weniger als 60 Prozent. Am unbeschwertesten sind die Norweger (23 Prozent).

  • dpa
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30 Kommentare zu "Südeuropa: Viele junge Techniker wollen auswandern"

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  • Ich weiss ja nicht wo sie leben, aber ich kenne hier einige, gut ausgebildete Spanier, mit denen ich auf Englisch sehr gut über die vermeintliche Euro-Krise diskutieren kann. Streckenweise sogar auf Deutsch, wobei man bedenken sollte, Deutsch ist nun mal keine Weltsprache, auch wenn man sich das wohl viele wünschen.
    Es kommt immer auf den Einzelnen an, derjenige der sich weiter bildet, weiß eben mehr, egal welche Nationalität ein Mensch hat.
    Die Forderung, doch lieber im eigenen Land was zu schaffen, ja, die kann man immer gut aufstellen, vor allem wenn man selbst "fett drin sitzt", und sich um das nächste Brot keine Sorgen machen muß.
    Ich kenne auch einige junge Spanier hier, die nichts lieber täten, aber sie bekommen nicht mal einen KK um überhaupt etwas auf die Beine zu stellen. Nicht alle haben eine reiche Oma, die hat meist schon das Studium finanziert, wie in D auch nicht.
    Außerdem gibt es hier keine Lehrmittelfreiheit, jede Schule kostet Geld, und zwar mehr als die meisten haben. Mich wundert eigentlich unter diesen Umständen, das im "reichen" D überhaupt Techniker fehlen.
    Sich um Arbeitsmoral, ob wahr oder nicht, zu streiten, sind Argumente um des Kaisers Bart, aber spiegeln nicht die Wirklichkeit wieder, sondern sollen nur das eigene Bild festnageln. Dieses wird aber nicht wahrhaftiger, in dem man von seinem kleinen persönlichem Blickfeld auf das ganze Land portiert. Das verbiete ich mir als Deutscher auch.

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

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  • Hallo zusammen,

    ich habe hier das ein oder andere mal gelesen das die
    Spanier gutes deutsch und englisch sprechen ...
    kann dem nur widersprechen, habe viele viele spanische
    Studenten kennen gelernt, und glaube das sie nur über die
    Krise jammern aber noch nicht verstanden haben das sie was
    leisten müssen damit es ihnen besser geht
    Deutschkenntnisse? kein Wort konnten die mit mir wechseln
    ok man versucht Englisch nöööööt auch nicht
    und wer in Spanien im Urlaub war müsste mir eigentlich
    zustimmen (und ich meine jetzt nicht die Dame an der
    Hotelrezeption)

    ich mein was werden die den hier schon reißen/ leisten
    wenn die nicht mal gewillt sind etwas für ihr eigenes Land
    zu tun

    denke das wird nur wieder auf dem Rücken unserer Wirtschaft
    ausgetragen wenn solche Leute hier eingestellt werden und
    man nach 3, 4 Monaten merkt das das eine schlechte Idee war

    in diesen Ländern herrscht eine andere Arbeitsmoral wie bei
    uns

    und hört doch auf mit diese Siestascheiße (entschuldigt bitte
    meine Wortwahl) in Deutschland steht die Wirtschaft im Sommer
    doch auch nicht und hier werden es auch bis zu 30 Grad oder
    mehr die nebenbei und im Gegensatz zu den südlichen Ländern
    und deren Temperaturen ekelhaft zu ertragen sind
    außerdem steht da in jedem Büro eine Klimaanlage da schwitzt
    keiner auf der Arbeit
    und ich bitte an dieser Stelle die Damen und Herren die
    im Büro arbeiten an die Leute zu denken die in Handwerk tätig
    sind bzw in der industriellen Fertigung

  • @ ALL

    Stelle hier mal folgende These zur Diskussion.
    Studenten sind die BESTEN Arbeitslosen, die für den Staat am bequemsten zu halten sind.
    Machen keinen Ärger,
    verdingen sich als billige Arbeitskräfte,
    beleben den Wohnungsmarkt,
    sind genügsam und
    sorgen für eine gute Auslastung der Universitäten.

  • Deutschland ist für gebildete Ausländer schon lange nicht mehr so attraktiv. Die sehen doch auch, wie die Menschen hier nur noch beschissen und betrogen werden. So was spricht sich doch rasend schnell rum, im heutigen Informationszeitalter. Allein 2011 verließen 150000 gut ausgebildete Deutsche mittleren Alters Deutschland, Tendenz steigend. Ziele: Kanada, Schweiz, Österreich ,Australien, Norwegen etc. etc.

  • @Energieelite

    Zu "...Deutschsprachige haben wir zu genüge !"

    Tja und die können sie immer noch nicht; die deutsche Sprache, sonst sprächen sie von "zur Genüge"

  • In guten deutschen Hotels bekommen sie das rund um die Uhr, wenn erwünscht, sogar auf das Zimmer; das heißt aber noch lange nicht; dass alle Deutschen rund um die Uhr arbeiten.

  • Der Unterschied zwischen anatolischen Bauern und spanischen Technikern besteht nur darin, daß sie beide kein Englisch können.

  • Ja, das wäre ja alles so einfach, ...... wenn man davon ausgehen könnte, dass die portugisischen, spanischen und besonders die griechischen "Techniker" (also Ingenieure und Naturwissenschaftler) ebenso gut ausgebildet sind, wie die deutschen. Bei aller Bescheidenheit, aber wer einmal mit "Ingenieuren" aus diesen Nationen als deutscher Ingenieur gearbeitet hat, weiß, dass es auch auf diesem Gebiet noch sehr viel aufzuarbeiten gibt. Sie werden sehr frustriert sein, wenn sie sich erst einmal mit unseren Standards und unserer Arbeitsethik auseinandergesetzt haben (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel).

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