Südkorea
Ausschreitungen am Rande des Apec-Gipfels

Überschattet von Ausschreitungen protestierender Globalisierungsgegner und Bauern hat am Freitag in Südkorea das Gipfeltreffen der Asien-Pazifik-Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) begonnen. Der Protest richtet sich vor allem gegen einen der 21 Staats- und Regierungschefs: George W. Bush.

HB PUSAN. Mindestens 20 Menschen wurden nach Polizeiangaben auf Seiten der Sicherheitskräfte und Demonstranten verletzt. An dem Gipfeltreffen in der Stadt Pusan nehmen auch die Präsidenten der USA, Russlands und Chinas teil. Am ersten Tag der zweitägigen Konferenz standen Fragen des freien Welthandels im Vordergrund. Ferner stehen die Bekämpfung des Terrorismus und neue Initiativen zum Schutz vor der Vogelgrippe und von Naturkatastrophen auf der Tagesordnung.

Knapp 15 000 Menschen folgten dem Aufruf koreanischer Bauern- und Gewerkschaftsverbände sowie von Aktivistengruppen, um gegen den Besuch von US-Präsident George W. Bush und Initiativen für eine weitere Liberalisierung des Welthandels zu protestieren. „Nein zur Globalisierung, nein zu Bush“, riefen sie beim Versuch, in die Nähe des hermetisch abgeschirmten Tagungsorts zu gelangen und lieferten sich mit der Polizei eine Straßenschlacht. Die südkoreanischen Reisbauern wollen mit wiederholten Protestaktionen vor allem eine weitere Öffnung des heimischen Reismarktes verhindern. Mehr als 40 000 Sicherheitskräfte sorgen in Pusan für den Schutz der 21 Staats- und Regierungschefs der Apec-Staaten.

Angesichts der stockenden Welthandelsrunde riefen die Teilnehmer des Apec-Treffens die Europäische Union zu mehr Zugeständnissen auf. Die Konferenz werde eine starke Botschaft zur Unterstützung der Gespräche der Welthandels-Organisation (WTO) über eine weitere Handelsliberalisierung aussenden, sagte der südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon. Eine entsprechende Erklärung soll zum Abschluss des Apec-Treffens an diesem Samstag angenommen werden. Strittigste Punkte in der so genannten Doha-Entwicklungsrunde sind derzeit der Abbau von Agrarsubventionen und Zöllen. Jüngste Signale deuten darauf hin, dass es bei dem WTO-Treffen im Dezember in Hongkong keine vollständige Einigung geben wird.

Der australische Ministerpräsident John Howard forderte in Pusan von den Teilnehmerstaaten der Apec-Konferenz, bei der Meldung von Fällen der Vogelgrippe absolut ehrlich zu sein. Nur dadurch könne ein Ausbruch kontrolliert werden. Eine mögliche weltweite Vogelgrippe- Epidemie würde „zerstörerische“ Auswirkungen auf die Wirtschaften der asiatisch-pazifischen Anrainerstaaten haben, warnte er.

Die Apec wurde 1989 mit dem langfristigen Ziel gegründet, eine Freihandelszone in der Region zu schaffen. In den Apec-Ländern leben etwa 2,5 Milliarden Menschen und damit mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung. Die Länder erwirtschaften mehr als die Hälfte des Welt-Sozialprodukts und wickeln die Hälfte des Welthandels ab.

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