Südkoreas Staatschefin
Die Pannen-Präsidentin

Schlechter Start für Südkoreas neue Präsidentin: Etliche ihrer Kandidaten für Regierungsämter fielen wegen Skandalen durch, und zu drängenden Problemen im Land hat sie keine Lösung – zum Beispiel zu Nordkorea.
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SeoulDie neue südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye hatte keinen gelungenen Start. Erst seit einem Monat ist sie im Amt, hat aber bei politischen Vorhaben und der Besetzung von Regierungsposten bereits mehrfach Rückschläge hinnehmen müssen. Allein sechs ihrer Kandidaten für Kabinettsämter gerieten ins Kreuzfeuer der Kritik und warfen das Handtuch. Zuletzt traf es Han Man Soo, der seine Nominierung als Chef der Kartellbehörde am Montag zurückzog. Ihm wurde vorgeworfen, aus steuerlichen Gründen Millionen Dollar ins Ausland gebracht zu haben.

Andere Kandidaten Parks gerieten wegen möglicher Immobilienspekulation, einem Sexskandal, Korruption und Beziehungen zu einem Waffenhändler ins Zwielicht. „Einige Flops wären akzeptabel gewesen, aber insgesamt sechs Ausfälle in den ersten paar Monaten bedeutet, dass das Problem in ihrem Stil liegt“, sagt Lee Cheol Hee, Leiter des Dumon-Instituts für Politische Strategie in Seoul. „Sie scheint zu glauben, dass sie einfach eine Liste von Leuten, die sie bevorzugt, weiterreichen kann, ohne genau darüber nachzudenken, ob der Hintergrund und das ethische Verhalten dieser Leute zu den Jobs passen, die sie übernehmen.“

Kritiker beklagen auch, dass sich die erste Frau im höchsten Staatsamt noch nicht detailliert zu drängenden Fragen wie dem Umgang mit Nordkorea oder der Sorge vieler Südkoreaner vor steigender Arbeitslosigkeit, hohen Staatsschulden und zunehmend ungleichen Einkommensverhältnissen geäußert hat. Parks Probleme haben nicht zuletzt mit der zutiefst gespaltenen politischen und sozialen Lage im Land zu tun. Und sie trägt die historische Bürde, Tochter eines Machthabers zu sein, über dessen Erbe die Südkoreaner geteilter Meinung sind. Der 61-jährigen Präsidentin, die im Dezember gewählt und am 25. Februar ins Amt eingeführt wurde, werden seit langem Abgehobenheit und ein imperialer Entscheidungsstil vorgeworfen.

Die Kritik hat mit ihrer Herkunft zu tun: Sie ist das älteste Kind des verstorbenen Präsidenten Park Chung Hee, der Südkorea in den 1960er und 70er Jahren 18 Jahre lang regierte. Ihm werden Menschenrechtsverstöße vorgeworfen, zugleich wird er für einen starken Führungsstil gelobt. Park Geun Hye wuchs im Blauen Haus auf, dem Präsidentensitz, und wirkte nach dem Tod ihrer Mutter fünf Jahre lang als First Lady an der Seite ihres Vaters. Die Mutter wurde 1974 von einem Attentäter getötet, der nach eigenen Angaben von Nordkorea beauftragt worden war. „Als ihr Vater regierte, stellte niemand die Personalentscheidungen des Präsidenten in Frage“, sagt Institutsleiter Lee. „Aber die Dinge haben sich seither geändert. Es ist, als ob Park ein Auto mit Navigationssystem führe, das nur auf jahrzehntealte Karten zurückgreift.“

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