Südlich von Bagdad
US-Luftwaffe bombardiert Schiiten-Hochburg

Die US-Truppen im Irak haben ihre Offensive südlich der Hauptstadt Bagdad fortgesetzt und die Schiiten-Hochburg Diwanija den zweiten Tag in Folge aus der Luft angegriffen.

HB DIWANIJA. Kampflugzeuge bombardierten am Samstag mutmaßliche Stellungen radikaler Milizen. Dabei sei ein Extremist getötet worden, teilte ein Sprecher des US-Militärs mit. Anwohner und ein Krankenhausmitarbeiter berichteten dagegen, sechs Menschen seien ums Leben gekommen - darunter zwei Kinder und eine Frau. „Der Einsatz erfolgte nach dem Tipp eines Bewohners“, erklärte Militärsprecher Scott Bleichwehl weiter. Es habe sich gezeigt, dass es sich tatsächlich um ein feindliches Ziel gehandelt habe. „Es gab keinen Kollateralschaden.“ Damit meinte er, dass keine Zivilisten getötet worden seien. Auch am Boden kam es in mehreren Bezirken der Stadt zu heftigen Kämpfen. Bewohner erklärten, die Truppen hätten Straßensperren errichtet, eine Ausgangssperre verhängt und ein Haus nach dem anderen durchsucht.

Das US-Militär hatte die Operation „Schwarzer Adler“ zusammen mit irakischen Regierungstruppen am Freitag gestartet. Die Offensive richtet sich gegen schiitische Milizen des radikalen Predigers Moktada al-Sadr. Das US-Verteidigungsministerium sieht Sadrs Mehdi-Miliz als eine der größten Gefahren für einen dauerhaften Frieden im Irak. Bei den Zusammenstößen mit der Mehdi-Armee wurden am Freitag nach US-Angaben drei Milizionäre getötet, fünf weitere verwundet und 17 festgenommen. Ein führender Vertreter der Mehdi-Miliz sagte dagegen, sechs Frauen und Kinder seien verletzt worden, als ein US-Hubschrauber ein Wohnheim unter Beschuss genommen habe. Die US-Armee wies den Bericht als falsch zurück.

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