Südostasien
Thailands König unterstützt Putsch

Thailands gestürzter Ministerpräsident Thaksin Shinawatra kann alle Hoffnungen begraben, jemals an die Macht zurückzukehren: König Bhumibol Adulyadej, gegen dessen Willen in dem Land nichts, aber auch gar nichts geht, hat sich hinter die Putschisten um Armeechef Sondhi Boonyaratkalin gestellt.

HB BANGKOK. In einer Erklärung des Könishauses, die im staatlichen Fernsehen verlesen wurde, heißt es, um Frieden im Land zu schaffen, ernenne der König General Sondhi Boonyaratkalin zum Vorsitzenden des neu gegründeten Rates für Verwaltungsreform. „Alle Menschen sollten friedlich bleiben und die Beamten sollten von jetzt an auf die Anweisung von General Sondhi hören“, hieß es weiter. Der General hatte am Dienstagabend die Regierung von Ministerpräsident Thaksin Shinawatra gestürzt, als dieser sich im Ausland aufhielt.

Sondhi versprach am Tag nach dem Staatsstreich, binnen zwei Wochen eine Regierung zu bilden und bis 2007 Parlamentswahlen abzuhalten. Zugleich verhängten die Generäle eine Medienzensur und ein Versammlungsverbot. „Ich beabsichtige nicht, die Macht zu ergreifen und ein Ersatzherrscher zu sein„, sagte Sondhi in Bangkok. Die Streitkräfte seien zum Handeln gezwungen worden, um Korruption, nationale Zerstrittenheit und die Unterwanderung unabhängiger Behörden sowie der Monarchie zu beenden. Dafür sei Regierungschef Thaksin Shinawatra verantwortlich

Die Lage in Bangkok blieb am Tag nach dem Putsch ruhig. An strategisch wichtigen Kreuzungen waren weiter Soldaten postiert, in den Straßen standen noch immer Panzer. Augenzeugen berichteten, es gebe davon abgesehen kaum sichtbare Hinweise auf die neue Lage. Allerdings seien deutlich weniger Autos unterwegs. Die Putschisten hatten in der Nacht zum Mittwoch die Macht übernommen, Kabinett und Senat für aufgelöst erklärt und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Der gestürzte Regierungschef Thaksin soll inzwischen in London sein, wo er ein Haus besitzt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht kaum wirtschaftliche Auswirkungen durch den Militärputsch in Thailand. Die Wirtschaft des Landes sei fundamental stark, die regionalen Finanzmärkte seien durch den Putsch kaum in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte IWF-Direktor Rodrigo de Rato am Mittwoch in Singapur. Die asiatischen Volkswirtschaften seien widerstandsfähiger gegenüber externen Schocks geworden. Analysten hatten zuvor erklärt, sie rechneten mit einer massiven Kapitalflucht. An der Börse stehe ab Donnerstag ein mehrtägiger Ausverkauf bevor, wenn der Markt wieder geöffnet werde.

Große Reiseunternehmen wie Tui oder Dertour berichteten, Ausflugsprogramme in Thailand würden fast ohne Änderungen angeboten. Die Lufthansa fliege Bangkok planmäßig an, teilte das Unternehmen mit. Dertour und Meier's Weltreisen, nach eigenen Angaben deutsche Marktführer für Asien-Reisen, berichteten, alle ihre derzeit rund 2 200 Gäste in Thailand wollten den Urlaub fortsetzen. Nur Stadtrundfahrten in Bangkok wurden für Mittwoch abgesagt.

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